Monatsarchiv für Mai, 2008

Am Ziel – das alte Konstantinopel

Nach achtzehn Tagen haben wir es endlich geschafft. Der Bus erreicht die Vororte von Istanbul, die mit Abstand grösste Stadt der Türkei mit über zehn Millionen Einwohnern. Eigentlich weiss niemand so genau über die tatsächliche Einwohnerzahl Bescheid. Die Stadt ist umgeben von riesigen Slums und Armenviertel, meistens illegal errichtete Hütten. Dort leben unregistierte Zuwanderer aus dem ganzen Land, die in der Grossstadt ihr Glück versuchen wollen – oft vergeblich.Istanbul liegt auf zwei Kontinenten gleichzeitig – ein weltweit einmaliges Phänomen. Getrennt werden der asiatische und der europäische Teil durch den Bosporus. Eingegrenzt wird das Stadtgebiet durch das Schwarze Meer auf der einen Seite und dem Mittelmeer auf der anderen. Das Goldene Horn, ein ebenfalls weltbekannter Meeresarm, durchschneidet die europäische Seite der Metropole. Zahlreiche Brücken verbinden die einzelnen Stadtteile miteinander. Das Strassennetz ist ein Labyrinth, dem man sich besser mit einem einheimischen Fahrer anvertraut – ohne Ortskenntnis ist man hier hoffnungslos verloren.

Die Stadt quillt über vor berühmten Bauwerken und Orten. Prächtige Paläste und Moscheen wechseln sich mit berühmten Plätzen und historischen Überresten ab. Seit tausenden Jahren wird hier gebaut und wieder zerstört und wieder aufgebaut. Entsprechen vielfältig ist das Erbe der ehemalige Hauptstadt des osmanischen Reiches.

Die historische Altstadt erkundet man am Besten zu Fuss. Die Blaue Moschee ist ein Highlight der gesamten Stadt. Bewundern kann man auch das frühere Zentrum des ursprünglichen Istanbul, das Hippodrom. Der legendäre Veranstaltungsort kann sich mit heutigen Stadien durchaus messen. Über vierzigtausend Menschen fasst das Gebäude.

Reste der früheren raffinierten Wasserversorgung kann man heute noch bewundern. Die so genannte Zisterne in der Altstadt ist ein gewaltiges früheres Auffangbecken, von wo aus die vornehmen Häuser mit Frischwasser versorgt wurden.

Kein Besucher von Istanbul darf versäumen die prachtvollste Basilika der Erde zu besuchen. Die Hagia Sophia. Ursprünglich als christliche Kirche vor eintausendsechshundert Jahren errichtet, wurde sie später zur Moschee umgebaut, was sie bis heute geblieben ist.

jetzt kommentieren? 29. Mai 2008

Reiseerfahrungen in Bulgarien

Unsere Tour durch Bulgarien beginnt weniger entspannt als die meisten Strecken im zurückliegenden Rumänien. Unser erstes Zwischenziel ist die Grosstadt Dobritsch, in der man nicht verweilen muss, da es hier ausser modernen Gebäuden und ausgedehnten Gewerbeflächen nicht viel zu sehen gibt. Hinter der Stadt treffen wir wieder auf eine Landschaft, die der der Karparten ähnelt. Viel Wald, einfache Dörfer und ebenso einfache Ausrüstung der Bauern wie etwa Kutschen statt Traktoren prägen die Gegend. Die Beschilderung ist hier übrigens nicht sonderlich gut, man könnte sagen schlecht. Um, wie man es als Radreisender bevorzugt tun sollte, Nebenstrecken zu benutzten, braucht man nicht nur ein sehr gute Karte, sondern auch den Rat der Einheimischen, da man ansonsten Gefahr läuft auf gefährlichen Hauptstrassen reisen zu müssen.Auch das nächste Etappenziel ist eine grosse Stadt namens Varna. Zwar haben wir hier das Schwarze Meer erreicht, jedoch können wir das im turbulenten Verkehr der Handelsmetropole nicht geniessen, so sehr sind wir damit beschäftigt auf uns aufzupassen und den Weg über den Varnasee zu finden. Es wird abend, bis wir die ganze Hektik hinter uns lassen können und uns endlich wieder auf dem Land befinden. Ab jetzt wird es wieder erholsamer, in der nächsten Ortschaft nehmen wir endlich das erste Bad im Schwarzen Meer und gönnen uns ein Essen im Küstenort Olzor.

Hundert Kilometer weiter erreichen wir ein erstes Highligt unserer Bulagariendurchquerung. Der Ort Nessebar wurde von der Unesco um Weltkulturerbe erklärt – entsprechend schön und malerisch gestaltet sich ein Spaziergang durch das historische Städtchen. Die Atmosphäre ist entspannt, auch die Einheimischen geniessen die schöne Umgebung. Das Leben spielt sich wie in südlichen Ländern üblich, hauptsächlich im Freien ab.

Ortschaften dieser Art säumen die weitere Küste, die wir nun entlang radeln. Der Tourismus hat hier meist noch nicht seinen hässlichen Spuren mit grossen Hotels und sonstigen Veränderungen hinterlassen. Daher kann man hier fast überall von Privat günstig Zimmer mieten und ebenso preiswert Essen gehen.

Da wir in unserem Zeitplan zurückliegen, entschliessen wir uns ab Sozopol mit dem Bus unser Ziel Istanbul zu erreichen.

jetzt kommentieren? 29. Mai 2008

Der bayerische Wald – Naturparadies vor der Haustür

Bayern ist mit seinen weitläufigen Wäldern ein Naturparadies und bietet für Wanderer ungezählte Möglichkeiten. Eine davon sind Ausflüge im Gebiet des Kaitersberg. Dieses Gebiet liegt bei dem Kurort Bad Kötztingen, der jedoch nicht nur für Kurgäste eine gute Wahl ist. Wer einmal richtig Ausspannen will hat mit diesem Städtchen das geeignete Ziel gewählt. Das Wellness – Angebot ist umfassend und bietet alle Möglichkeiten seinem Körper Erholung zu verschaffen und etwas für die eigenen Gesundheit zu tun. Dazu gehört bekanntermassen auch ein wenig Bewegung. Die verschaffft man sich am Besten bei einer Wanderung durch die herrlichen Wälder, die direkt an den Ort angrenzen. Der bayrischen Wald ist ein geschützter Naturpark, entsprechend unberührt und natürlich kommt die Landschaft daher, die nicht von Land,- und Holzwirtschaft beeinträchtigt ist. Um die Pflege der Wanderwege kümmert sich ehrenamtlich der bayerische Wald-Verein. Derartige Vereine existieren in vielen Naturschutzgebieten, so auch im Pfälzer Wald. Sie markieren Wege und betreiben oft ebenfalls ehrenamtlich Hütten an Wanderzielen und sorgen so nicht nur für Sicherheit sondern auch für das leibliche Wohl des Urlaubers. Wege sind für jeden Anspruch vorhanden, man muss kein erfahrender Bergwanderer sein um sich hier wohl zu fühlen. Auch problemloses Spazieren ohne grosse Anstrenung ist möglich, ebenso Touren für geübte und sportlich ambitionierte Outdoorfans. Der gesunde Mischwald der Region bietet auch Mountainbikern ein fantastisches Revier.Den markante Felsen, der den Gipfel des Kaitersberges bildet, erreicht man in etwa auf tausend Metern Höhe. Belohnt wird man durch das beeindruckende Panorama, das ein Stückchen höher am grössten bayerische Gipfelkreuz ein Rundumblick über die Landschaft bietet. Jetzt hat man es fasst geschafft. Noch ein paar Minuten Weg und man erreicht die Kötztinger Hütte, wo man sich von den Anstrengungen des Aufstiegs bei einer deftigen Brotzeit erholen kann. Die Preise sind hier günstig, selbst eine Übernachtung ist möglich, die man aber besser vorher telefonisch bucht. Dieses Ausflugsziel ist sehr beliebt und entsprechend häufig ausgebucht. Das Vergnügen dieser Wanderung ist auch im Winter möglich, da die Hütte das ganze Jahr betrieben wird.

jetzt kommentieren? 29. Mai 2008

Auf zum schwarzen Meer

Das Gebirge, das wir gerade durchfahren, ist ein beliebtes rumänisches Urlaubsziel. Entsprechend happig sind die Preise hier im Vergleich zum Angebot auf der zurückliegenden Route. Aber wir sind verwöhnt, selbst in Touristenzentrum Siana kostet ein Café nur einen Euro, im Vergleich zur Heimat immer noch spottbillig.Damit wir nicht nur Kilometer fressen, ist jetzt ein kleiner Abstecher auf den Bucegi geplant. Eine Seilbahn führt auf zweitausend Meter Höhe hinauf; man sollte schwindelfrei sein, wenn man einen Blick nach unten aus der Gondel riskieren will. Die umgebende Landschaft ist ein wunderbares Wandergebiet mit angenehmen Wegen durch grüne Landschaften, keine Extremtouren, sondern eher etwas Gemütliches.

Wir verlassen wieder einmal eine Gebirgslandschaft und setzen unsere Reise in der Ebene auf einer Hauptverkehrstrasse fort. Der dichte Verkehr fordert hohe Aufmerksamkeit, da man nicht unbedingt auf  Rücksichtnahme hoffen darf. Dafür geht es auf dieser Strasse flott vorwärts.

Nach etwas achtzig Kilometern kann man auf Nebenstrecken ausweichen, die das Fahren viel entspannter machen. Allerdings muss man damit rechnen, dass nicht alle dieser Strassen über eine Asphaltdecke verfügen. Prompt wird es wieder ländlich, auch die typischen Dorfläden gehören in jeder Ortschaft unvermeidlich dazu. Hier trifft man sich täglich nicht nur zum Einkaufen, sondern vor allem sind diese Geschäfte Kommunikationszentralen. Das wird auch der Grund sein, warum hier niemand viele Sachen auf einmal kauft. So hat man Grund am gleichen Tag nochmal vorbeizukommen um den Nachmittags,- und Abendklatsch zu erfahren.

Laut wird es wieder bei Überquerung der Hauptstraße, die wir erfreulicherweise bis hierher umfahren konnten. Aber dieses Hindernis ist rasch überwunden und man ist wieder von Feldern und Wiesen umgeben.

Calarasi ist das letzte Dorf bevor wir per Fähre an das andere Ufer der Donau übersetzen. Wir haben Bulgarien erreicht, die Grenzkontrollen können hier allerdings dauern. Als Radfahrer geniesst man hier übrigens Befreiung von den obligatorischen Strassengebühren. 

jetzt kommentieren? 27. Mai 2008

Zwischenziel Bukarest

Auf unserem Weg nach Istanbul haben wir schon eine schöne Strecke zurück gelegt. In Kürze werden wir die rumänische Gebirgslandschaft verlassen. Jetzt geht es erst einmal bergab, den Pass von knapp neunhundert Metern Höhe hinunter ins Tal in die nächste größere Stadt, das ehemalige Szeklerburg. Hier wird Rumänien schon moderner und entspricht schon sehr weit gehend westlichen Standards – sogar das Phänomen Fussgängerzone hat hier bereits Freunde gefunden. Ausserhalb der Ortschaft sind die Strassen trotzdem schlecht, soweit ist die Modernisierung des bis zur Wende abgeriegelten Landes noch nicht voran geschritten. Bei Regenwetter muss man sorgfältig die kleinen Seen umfahren, die sich in den Schlaglöchern bilden. Man weiss nie, wie tief sie sind und einen Panne bei schlechtem Wetter braucht niemand wirklich.Die nächste Station ist die Kurstadt Baile Tusnad, deren einzig renoviertes Gebäude eine hübsche alte Kirche ist. Vermutlich gibt es für den Denkmalschutz Fördermittel, ansonsten liesse sich kaum erklären, warum nur die historischen Gebäude in guten Zustand sind. Übernachtet wird in St. Georgen in einem für hiesige Verhältnisse guten Hotel. Doch darf man hier keine Luxus erwarten, sowohl Abendessen als auch Frühstück sind sehr bescheiden, an Auswahl fehlt es ganz.

Unser nächstes Zwischenziel ist zur Abwechslung mal wieder eine grössere Stadt. Augenfällig ist das Wohlstandsgefälle zwischen ländlichen Gebieten und Städten. Hier ist wieder alles modern und wirkt sehr westlich.
Jetzt endlich kommen wir auf die Strasse in Richtung Bukarest. Bulgarien wird unser nächstes Transitland Richtung Orient sein. Die Hauptstrasse, die wir benutzten, ist entsprechend stark befahren. Erst einmal ist es vorbei mit der Ruhe und abgasfreier Luft. Aber auch auf solch frequentierten Verkehrswegen fehlt es nicht an Rastplätzen. Die sind hier äusserst beliebt; viele Familien lassen sich hier für Stunden nieder, inklusive Grill.

Leider steht jetzt das nächste Gebirge auf dem Programm, Postavarul, das auf der Karte eher harmlos aussah, aber trotzdem fast tausend Meter hoch ist. Ab Predal radeln wir an der Prahova durch ein tiefes Tal zwischen den umgebenen Berggipfeln hindurch.

jetzt kommentieren? 27. Mai 2008

Radeln in den Karpaten

Bis Istanbul ist es noch ein weiter Weg. Im Augenblick bewegen wir uns durch die rumänischen Karpaten entlang des Flusses Bistrita. Die gewaltige Landschaft um uns herum wird durch die aufragenden Gebirgsgipfel geprägt, zwischen denen hindurch wir uns vorwärts bewegen. Touristen kommen selten in diese Gegend, entsprechend mager ist das Angebot an typischen Einrichtungen wie etwa Campingplätzen oder Hotels. Das Leben der Einheimischen wirkt archaisch, manchmal fühlt man sich in vergangene Zeiten versetzt, etwas wenn man wieder einmal einem Pferdefuhrwerk begegnet.Entdeckt man auf dieser Strecke eine Gastwirtschaft, sollte man nicht daran vorbeifahren, diese sind hier nämlich spärlich gesät. Einfache Gerichte stehen dort meist zur Auswahl, aber auch rumänische Spezialitäten, die man aber mögen muss. Eine davon ist Polenta.

Ebenso selten ist die Gelegenheit zum Geldtausch. Geldautomaten, die man bei uns an jeder Ecke findet, wird man nur selten finden. Die wenigen Banken wechseln in die etwas gewöhnungsbedürftige rumänische Währung. Allerdings benötigt man bei den günstigen Preisen ohnehin nicht viel.

Einige Kilometer weiter liegt ein großer Stausee, der Lucal Izorul Munt. Eine Straße mit mächtigem Gefälle und Steigungen führt an dem See vorbei, was einem als Radfahrer einiges an Kraft abverlangt. Bis das Ende des Sees mit der Staumauer erreicht ist, sind noch gut fünfzig Kilometer Strecke zu bewältigen. Hinter dem Damm erreicht man alsbald Bicaz, eine industriell geprägtes Städtchen. Lästig in solch größeren Orten sind die vielen bettelnden Kinder, denen man ebenso wie bei uns, mit Vorsicht begegnen sollte, da sie in Banden organisiert sind.

Hinter der Stadt führt eine Straße entlang einem Steinbruch bis zum Nationalpark Bicazklamm. Hier ist man durchaus auf Touristen eingestellt, sogar zahlreiche Souvenierläden bieten ihren Tand am Eingang des Parks an. Diese Landschaft führt uns nun nach Siebenbürgen, eine sächsische Gründung aus längst vergangenen Jahrhunderten. Die Bauwerke der Ortschaften erinnern tatsächlich ein wenig an heimatliche Gestade. Heute dominiert eine starke ungarische Minderheit diesen Landstrich – selbst Hinweisschilder sind zumindest zweisprachig, manchmal sogar noch in Deutsch.

jetzt kommentieren? 27. Mai 2008

Felsenstadt Petra – Sieben Weltwunder Reloaded

Die meisten werden den Presserummel im vergangenen Jahr mitbekommen haben: die Neuwahl der Sieben Weltwunder. Nachdem von den antiken Weltwundern allein die ägyptischen Pyramiden die Zeiten überdauert haben, startete zur Jahrtausendwende eine Initiative, die würde Zeugnisse für die Gegenwart darstellen.Einer der erfolgreichen Kandidaten bei der weltweiten Abstimmung war die jordanische Felsenstadt Petra, die sich nun stolz als Weltwunder bezeichnen darf. Entsprechend groß war die Freunde in dem ansonsten eher kargen Wüstenland über die alte und neue Touristenattraktion.

Man nennt die etwas zweitausend Jahre alte Siedlung die Königin der Karawanenstädte. Im neunzehnten Jahrhundert nach langem Schlummer in der Vergessenheit, entdeckte ein Schweizer Forscher die Kulturstätte für die Neuzeit. Die Ausgrabungen dauern bis heute an, über eintausend Gebäude und Gräber sind bereits frei gelegt worden.

Das diese Stadt so lange im Verborgenen bleiben konnte, liegt wohl an ihrer gut getarnten Lage. Nur über einen schmalen über zwei Kilometer langen Weg durch eine Schlucht  gelangt man hinein. Berühmt und vermutlich jedem von Bildern bekannt ist das so genannte Schatzhaus, ein Prachtbau direkt in den harten Fels geschnitten. Dort lagerten wohl das Gold der einstigen Bewohner, den Nabatäer, die von ihrer Hauptstadt Petra aus in der ganzen damals bekannten Welt Handel trieben und große Reichtümer anhäuften. Über die Karawanenstraße durch Petra wurde Kostbarkeiten von überall her transportiert.

Weiterer archäologische Höhepunkt in der alten Stadt ist ein ebenfalls wie das Schatzhaus aus dem gehauenes römisches Theater für bis zu fünftausend Besucher. Es wurde wie viele andere Gebäude hier ohne einen einzigen Ziegelstein erbaut. Der Aufwand für diese Bauweise lässt noch heute den damaligen Reichtum der früheren Herrscher erahnen.

Wie die Römer beherrschten auch die Nabatäer die Kunst des Wasserbaus in Vollendung. Ruinen alter Kanäle sind als Spuren dieser Fertigkeiten erhalten geblieben.

Die Stadt verlor zuerst durch Einverleibung ins römische Reich und später durch Verlagerung der Handelswege an Macht und Einfluss. Das Ende brachte ein Erdbeben im sechsten Jahrhundert, dem nur die in den Fels gehauenen Gebäude stand hielten.

Die unmittelbar vor der Stadt gelegenen Mosesquelle, die heute durch eine Moschee überbaut ist, spielt schon im alten Testament eine Rolle und spendet noch heute Wasser.

jetzt kommentieren? 22. Mai 2008

Auf den Spuren der Pioniere

Das Angebot an Kreuzfahrten ist riesig und nimmt ständig zu. Aber es gibt nur ganz wenige Klassiker darunter, die wohl niemals ihren Reiz verlieren. Eine dieser ganz besonderen Fahrten ist eine Amerika-Kreuzfahrt. Ein Klassiker deshalb, weil man sich auf den Spuren einer der wohl bedeutendsten historischen Auswanderungsbewegungen bewegt. Quasi jede Welle auf der Reise über den Atlantik kann eine Geschichte erzählen von den unerhörten Mühen und Gefahren, die vor vielen Jahren die Amerika-Auswanderer durchzustehen hatten. Was damals ein riskantes Unterfangen war, den weiten Weg über den Ozean in einem oft überfüllten Schiff zurück zu legen, kann man heute mit allem denkbaren Komfort genießen. Selbst die preiswerteren Angebote umfassen selbstverständlich eine umfassende Verpflegung und bequeme Kabinen. Alle Kreuzfahrtschiffe verfügen über ein großes Angebot an Freizeitangeboten, die die lange Reise bis in den New-Yorker-Hafen verkürzen helfen. Je nach Größe des Schiffs kann man sich am Pool, in der Einkaufsmall, im Sportstudio oder im Tanzsaal vergnügen, während man auf die nächste Mahlzeit wartet.Kreuzfahrten sind entgegen noch verbreiteter Ressentiments schon lange keine Rentnerveranstaltungen mehr. Das Publikum, dass sich heute für eine Schiffsreise begeistert, ist im Schnitt deutlich jünger als noch vor wenigen Jahren. Dies liegt nicht zuletzt auch an den sehr viel größeren Angebot. Inzwischen hat man die Wahl, ob man wie früher üblich mit größtem Luxus nebst Abendgarderobe und Kapitänsdinner zur See sticht, oder ob man es lieber etwas bescheidener aber deutlich preiswerter mag. Auch auf dem gleichen Schiff sind die Preisunterschiede mitunter erheblich. Günstiger unterwegs ist man in einer Kabine ohne Außenfenster, noch günstiger wird diese, je weiter unten sie im Schiff liegt. Dabei muss man noch nicht einmal Abstriche bei Komfort in Kauf nehmen, der Preisunterschied für die verschiedenen Decks hat auch einen Prestigewert. Wer also auf eine Ausguck verzichten kann, kommt deutlich billiger über den großen Teich. In der Kabine wird man sich ohnehin nur zum Schlafen aufhalten, da das Unterhaltungsangebot an Bord groß ist. Außerdem reist man ja auf diese gemächliche Art, um sich auch mal an Deck in der Sonne zu entspannen.

Wer mit dem Gedanken an eine Kreuzfahrt spielt, schaut sich am besten einmal im Internet um. Dort finden sich umfassende Informationen zu Schiffen, Routen und Preisen.

jetzt kommentieren? 22. Mai 2008

Auf Tour in Südtirol

An geeigneten Zielen fehlt es in der Nähe unserer „Basis” in den Südtiroler Alpen nicht. Von der Schwarzsteinhütte aus haben wir als nächstes die Chemnitzer Hütte ins Auge gefasst, die wir am folgenden Tag erwandern werden.

Wir machen uns wie gehabt zeitig auf den Weg. Wie die Erfahrung vom Vortag uns gelehrt hat, brauchen wir als Anfänger doch etwas länger als die durchschnittlich angegebene Zeit. Außerdem sind wir trotz einer tiefen Nachtruhe noch immer etwas erschöpft vom gestrigen Aufstieg, was das heutige Tempo wohl ebenfalls etwas drosseln wird.

Um auf den Stabeler Weg zu gelangen, der zur Chemnitzer Hütte führt, müssen wir erst einmal bergab, was jedoch kaum weniger anstrengend ist als das Erklimmen einer Steigung, wie wir an den Schmerzen in unseren Beinen bemerken.

Auf und ab werden wir an diesem Tag bis zum Überdruss haben. Unsere Ziel liegt hinter drei Bergrücken, dass bedeutet dreimal etwa vierhundert Meter hoch und danach gleich wieder runter. Dazwischen jeweils ungefähr eine Stunde über Stein und Kies. Bergrücken Nummer Drei konnte sogar mit Schnee aufwarten, der zumindest etwas Abwechslung in den etwas monotonen Marsch bringt. Danach dauert es noch etwa anderthalb Stunden bis zur Hütte. Insgesamt waren wir fast zehn Stunden unterwegs und haben die angegebenen Laufzeit um drei Stunden überschritten. Wir gratulieren uns, am Morgen früh gestartet zu sein. Zur Begrüßung wird uns ein Schnaps spendiert, der allerdings nach der zurückliegenden Anstrengung seine Wirkung auf unsere geschundenen Körper vervielfacht.

Der folgende Tag sollte unsere Bergwandern in den Südtiroler Alpen abschließen. Unser letztes Ziel vor dem Abstieg ins Tal sollte die Edelrautehütte sein. Die Strecke sollte laut Plan in vier Stunden zu bewältigen sein. Motivierend auf dieser Tour ist, dass man das Ziel fast während der ganzen Zeit sehen kann. Ausserdem beträgt der zu überwindende Höhenunterschied nur schlappe hundert Meter. Im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen eine Kleinigkeit. Früh ausstehen sollte man für diese Wanderung trotzdem, da hier mehrere Bäche den Weg kreuzen. Diese schwellen im Laufe des Tages stetig an und werden immer schwieriger zu überqueren.

Am nächsten Morgen nach erholsamen Schlaf in der einfach ausgestatteten Edelrautehütte geht es zurück ins Tal über den Nevesstausee, der am Vortag schon die ganze Zeit zu sehen war. Von dort ist es nicht mehr weit bis in den nächsten Ort von wo aus man nicht zu Fuß, sondern bequem per Bus zurück zum Hotel gelangt.

jetzt kommentieren? 20. Mai 2008

Die Südtiroler Alpen- ein Wanderparadies

Heute soll es ernst werden, die erste richtige Tageswanderung steht auf dem Programm. Daher geht es auch zeitig aus dem Bett. Das Ziel ist die Schwarzensteinhütte, zu der man am besten vom wenige Kilometer entfernten Gisse aufsteigt. Ein Blick auf das Panorama mahnt zur bedachten Vorbereitung – selbst im Sommer sind manche Gipfel schneebedeckt und wir wollen ja heute hoch hinaus. Es geht fast zweitausend Meter nach oben, eine echte Herausforderung für Anfänger im Bergwandern und auch für alte Hasen kein reiner Spaziergang.

Der erste Streckenabschnitt bietet den Vorteil schattig zu sein, da er durch Wälder führt. Ein großer Vorteil an heißen Tagen, besonders bei den nicht unerheblichen Mengen an Gepäck, die man unweigerlich mit sich führen muss. Diese Wege führen steil nach oben, belohnen aber bald mit einem herrlichen Ausblick auf den Ausgangspunkt.

Mit zunehmender Höhe nimmt die Vegetation immer weiter ab. Der nächste Abschnitt besteht bereits aus Wiesen statt Wäldern. Bald ist aber auch der letzte Rest Grün verschwunden und der nackte Fels tritt hervor. Entsprechend mühsam und vor allem heiß wird der weitere Aufstieg nun an einem sonnigen Tag. Die Steine speichern die Hitze und werfen sie unbarmherzig auf die Wanderer zurück.

Trost spendet hier nur die Aussicht, dass der Abstand zum ersehnten Ziel immer kürzer wird, obwohl man wenigea hundert Meter unterhalb der Hütte diese noch immer nicht sehen kann.

Das letzte Stück bietet zwei alternative Strecken: entweder ein Kletterweg oder ein Gletscher, ganz nach Geschmack und Vorliebe.

Das Klettern fordert nach der Eintönigkeit der zurückliegenden Piste hohe Aufmerksamkeit. Leitern und schmale Felsgrade sind zu überwinden, die zwar sämtlich gesichert sind, jedoch sollte man sich keinen Fehltritt leisten. Die abgeforderte Konzentration verkürzt die Zeit und macht die Anstrengung vergessen. Besonders beansprucht wird der ungeübte Körper jetzt durch die spürbar dünnere Luft auf fast dreitausend Metern über dem Meeresspiegel.

Das Ziel, die Schwarzsteinhütte, taucht erst auf den buchstäblich letzten Meter auf, nach, je nach persönlichen Voraussetzungen und der Wetterlage, nach fünf bis sechs Stunden Wanderung. Dafür lockt jetzt ein deftiges Abendessen und bequeme Betten, damit die ganze Seilschaft am nächsten Tag wieder voll einsatzbereit ist.

jetzt kommentieren? 17. Mai 2008

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