Tagesarchiv für den 17. Mai 2008

Die Südtiroler Alpen- ein Wanderparadies

Heute soll es ernst werden, die erste richtige Tageswanderung steht auf dem Programm. Daher geht es auch zeitig aus dem Bett. Das Ziel ist die Schwarzensteinhütte, zu der man am besten vom wenige Kilometer entfernten Gisse aufsteigt. Ein Blick auf das Panorama mahnt zur bedachten Vorbereitung – selbst im Sommer sind manche Gipfel schneebedeckt und wir wollen ja heute hoch hinaus. Es geht fast zweitausend Meter nach oben, eine echte Herausforderung für Anfänger im Bergwandern und auch für alte Hasen kein reiner Spaziergang.

Der erste Streckenabschnitt bietet den Vorteil schattig zu sein, da er durch Wälder führt. Ein großer Vorteil an heißen Tagen, besonders bei den nicht unerheblichen Mengen an Gepäck, die man unweigerlich mit sich führen muss. Diese Wege führen steil nach oben, belohnen aber bald mit einem herrlichen Ausblick auf den Ausgangspunkt.

Mit zunehmender Höhe nimmt die Vegetation immer weiter ab. Der nächste Abschnitt besteht bereits aus Wiesen statt Wäldern. Bald ist aber auch der letzte Rest Grün verschwunden und der nackte Fels tritt hervor. Entsprechend mühsam und vor allem heiß wird der weitere Aufstieg nun an einem sonnigen Tag. Die Steine speichern die Hitze und werfen sie unbarmherzig auf die Wanderer zurück.

Trost spendet hier nur die Aussicht, dass der Abstand zum ersehnten Ziel immer kürzer wird, obwohl man wenigea hundert Meter unterhalb der Hütte diese noch immer nicht sehen kann.

Das letzte Stück bietet zwei alternative Strecken: entweder ein Kletterweg oder ein Gletscher, ganz nach Geschmack und Vorliebe.

Das Klettern fordert nach der Eintönigkeit der zurückliegenden Piste hohe Aufmerksamkeit. Leitern und schmale Felsgrade sind zu überwinden, die zwar sämtlich gesichert sind, jedoch sollte man sich keinen Fehltritt leisten. Die abgeforderte Konzentration verkürzt die Zeit und macht die Anstrengung vergessen. Besonders beansprucht wird der ungeübte Körper jetzt durch die spürbar dünnere Luft auf fast dreitausend Metern über dem Meeresspiegel.

Das Ziel, die Schwarzsteinhütte, taucht erst auf den buchstäblich letzten Meter auf, nach, je nach persönlichen Voraussetzungen und der Wetterlage, nach fünf bis sechs Stunden Wanderung. Dafür lockt jetzt ein deftiges Abendessen und bequeme Betten, damit die ganze Seilschaft am nächsten Tag wieder voll einsatzbereit ist.

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