Felsenstadt Petra – Sieben Weltwunder Reloaded
Die meisten werden den Presserummel im vergangenen Jahr mitbekommen haben: die Neuwahl der Sieben Weltwunder. Nachdem von den antiken Weltwundern allein die ägyptischen Pyramiden die Zeiten überdauert haben, startete zur Jahrtausendwende eine Initiative, die würde Zeugnisse für die Gegenwart darstellen.Einer der erfolgreichen Kandidaten bei der weltweiten Abstimmung war die jordanische Felsenstadt Petra, die sich nun stolz als Weltwunder bezeichnen darf. Entsprechend groß war die Freunde in dem ansonsten eher kargen Wüstenland über die alte und neue Touristenattraktion.
Man nennt die etwas zweitausend Jahre alte Siedlung die Königin der Karawanenstädte. Im neunzehnten Jahrhundert nach langem Schlummer in der Vergessenheit, entdeckte ein Schweizer Forscher die Kulturstätte für die Neuzeit. Die Ausgrabungen dauern bis heute an, über eintausend Gebäude und Gräber sind bereits frei gelegt worden.
Das diese Stadt so lange im Verborgenen bleiben konnte, liegt wohl an ihrer gut getarnten Lage. Nur über einen schmalen über zwei Kilometer langen Weg durch eine Schlucht gelangt man hinein. Berühmt und vermutlich jedem von Bildern bekannt ist das so genannte Schatzhaus, ein Prachtbau direkt in den harten Fels geschnitten. Dort lagerten wohl das Gold der einstigen Bewohner, den Nabatäer, die von ihrer Hauptstadt Petra aus in der ganzen damals bekannten Welt Handel trieben und große Reichtümer anhäuften. Über die Karawanenstraße durch Petra wurde Kostbarkeiten von überall her transportiert.
Weiterer archäologische Höhepunkt in der alten Stadt ist ein ebenfalls wie das Schatzhaus aus dem gehauenes römisches Theater für bis zu fünftausend Besucher. Es wurde wie viele andere Gebäude hier ohne einen einzigen Ziegelstein erbaut. Der Aufwand für diese Bauweise lässt noch heute den damaligen Reichtum der früheren Herrscher erahnen.
Wie die Römer beherrschten auch die Nabatäer die Kunst des Wasserbaus in Vollendung. Ruinen alter Kanäle sind als Spuren dieser Fertigkeiten erhalten geblieben.
Die Stadt verlor zuerst durch Einverleibung ins römische Reich und später durch Verlagerung der Handelswege an Macht und Einfluss. Das Ende brachte ein Erdbeben im sechsten Jahrhundert, dem nur die in den Fels gehauenen Gebäude stand hielten.
Die unmittelbar vor der Stadt gelegenen Mosesquelle, die heute durch eine Moschee überbaut ist, spielt schon im alten Testament eine Rolle und spendet noch heute Wasser.
jetzt kommentieren? 22. Mai 2008
