Monatsarchiv für Mai, 2008
Europa ist reich an vielen fantastischen Landschaften. Es muss nicht immer eine Fernreise sein um etwas Schönes zu erleben oder unvergessliche Urlaube zu machen. Das nahe gelegene Südtirol etwa, bietet dem Naturfreund und Wanderer nicht nur eine spektakuläre Alpenkulisse, sondern auch eine hervorragende Infrastruktur, die die Unternehmung komfortabel und sicher macht.Zuerst sollten ein paar Vorbereitungen getroffen werden, sofern man nicht auf das Angebot eines Reiseveranstalters zurück greifen will. Wer selbst organisiert, informiert sich am besten beim deutschen Alpenverein. Hier erfährt man nicht nur etwas über geeignete Routen, je nach Erfahrung und Kondition, sondern auch alles wissenswerte über das Hüttennetz der Alpen. Steht die Marschroute fest, sollte man sich dort direkt vor Ort über Öffnungszeiten und Kapazitäten erkundigen, damit man nach einem langen Wandertag nicht vor verschlossenen Türen steht. Diese traditionellen Einrichtungen ersparen die Mitnahme einer Campingausrüstung. Zudem erhält man dort alles, um die tagsüber verbrauchten Kräfte wieder aufzufrischen. Eigentich überall werden Mahlzeiten und Getränke angeboten.
Notwendige Ausrüstung ist allein ein so genannter Hüttenschlafsack, eine Hygienemassnahme. Der dünne Sack trennt den Körper von den von der Hütte zur Verfügung gestellten Decken.
In den Bergen ist die Sonnenstrahlung sehr intensiv, daher sollte man dringend entsprechenden Schutz mitführen.
Diese Reise beginnt im malerischen Örtchen Sand in Taufers. Hier gibt’s alles was das Touristenherz in den Alpen begehren kann, selbst eine stattliche Burg trohnt über dem Ort. Vorteilhaft bei einem Urlaub in Südtirol ist der Umstand, dass hier sehr weit verbreitet Deutsch gesprochen wird. Verständigungsprobleme sollten also kaum auftauchen.
Wer bislang noch nie eine große Wanderung unternommen hat, kann hier in den ersten Tagen an kürzeren Strecken üben und seine Kräfte testen und trainieren. Ziele existieren genug. Die Alte Kasseler Hütte als Ziel ergibt auf einem Rundweg einen schönen Tagesausflug, um sich auf das kommende vorzubereiten.
16. Mai 2008
Schon seit einigen Jahren hat sich das Reisen per Fahrrad immer weiter verbreitet. Was am Anfang ein exotisches Unternehmen für Außenseiter war, kann heute mit allem Komfort gebucht werden, oder – man macht es auf eigene Faust, zum Beispiel mit dem Drahtesel nach Istanbul.Entscheidend sind gute Vorbereitung und ordentliches Material. Man sollte nicht das billigste Rad erwerben und bei der Ausrüstung auf praktische Handhabung und Wetterfestigkeit achten – schließlich ist unterwegs nicht immer schönes Wetter.
Für eine Reise zu zweit ist die Anschaffung eines Tandems überlegenswert – man schont seine Kräfte und man kann sich unterwegs nicht verlieren.
Diese Reise ist auf 2 ½ Wochen angelegt, sollte also üblicherweise innerhalb des normalen Jahresurlaubs zu bewältigen sein.
Los geht es im Fränkischen in Richtung der tschechischen Grenze. Eine erste Belastungsprobe ist das Waldsteingebirge. Als Belohnung für den anstrengenden Aufstieg winkt die mühelose Abfahrt auf der anderen Seite. Die Landschaft bietet zahlreiche idyllische Flecken, die zur Rast einladen, so auch der Weißenstädter See. Die Grenze ist dank der EU kein Hindernis mehr und kann ohne Kontrolle passiert werden. Über die tschechische Schnellstraße, die sich auf diesem Streckenabschnitt leider nicht vermeiden läßt, geht es nach Franzensbad, wo der Zug nach Kosice abfährt; eine notwendige „Abkürzung”, schließlich muss der Zeitplan eingehalten werden. Die siebzehnstündige Fahrt sollte man am Besten im Liegenwagen verbringen, damit man für die Weiterreise ausgeruht und fit ist. Ein Blick aus dem Abteilfenster lohnt aber allemal – die Strecke führt vorbei an den slowakischen Gebirgen und weiter durch die Tatra.
Angekommen in Kosice führt der Weg Richtung Süden zur nahe liegende ungarischen Grenze. In Ungarn mit seinen überaus gastfreundlichen Einwohnern fällt es übrigens leicht eine schönes Plätzchen zum Campen zu finden. Ein Zelt sollte bei einer solchen Tour nämlich auf keine Fall fehlen. Einmal um die Übernachtungskosten zu drücken, zum anderen weil man nie sicher sein kann, ob man am Ende eines Reisetages eine Übernachtungsmöglichkeit im Hotel oder einer Pension findet. Noch ein Tipp: rechtzeitig mit der Ausschau beginnen, möglichst ein paar Stunden bevor es dunkel wird!
14. Mai 2008
Ungarn ist ein fahrradfreundliches Land, nicht zuletzt da es hauptsächlich aus Ebenen besteht. Alle paar Kilometer erreicht man ein typisches ungarisches Dorf, wo man selbst im Kleinsten ein Lädchen existiert, das üblicherweise auch die Funktion der Dorfkneipe übernimmt. Die Versorgungslage ist also meist gut, wobei man für alle Fälle auch eigenen Vorräte mitführen sollte. Felder, Flüsse und Dörfer wechseln sich auf unserer Reise ab. Ungarn ist ein fruchtbares Land. Allerorten finden sich Obstbäume, die eine kostenlose Zwischenmahlzeit bieten. Füllt man sich nicht gerade den Rucksack mit dem reichhaltigen Angebot, wird der jeweilige Eigentümer nicht dagegen haben, wenn man sich an seinem Baum bedient. Man sollte es aber nicht versäumen um Erlaubnis zu fragen, falls sich jemand in der Nähe befindet; schließlich sind wir Gäste und wollen einen guten Eindruck hinterlassen.
Noch haben sich hier viele ursprüngliche Dinge erhalten. Nicht jeder Fluss verfügt über eine Brücke und anstatt einer Motorfähre kann man auch einmal vorkommen, dass man ganz wie in alten Zeiten ans gegenüberliegende Ufer gerudert wird. Im ländlichen Gebieten wird man, jedenfalls zur Zeit, nur relativ selten einem Fahrzeug begegnen. Herrlich ruhige Touren über lange Strecken machen die Reise durch dieses Land außerhalb der größeren Städte zu einem besonderen Erlebnis.
Die nächste Etappe bringt uns über die rumänische Grenze. Die erste größere Stadt nach etwa dreißig Kilometer ist Satu Mare. Hier ist alles modern und sehr geschäftig, anders als man es vielleicht von Rumänien erwarten würde. Außerhalb größerer Orte ist das Land jedoch noch immer zum Teil fast mittelalterlich. Handarbeit selbst beim Straßenbau ist normal, Fuhrwerke gehören noch heute zum Straßenbild. Dafür hat sich eine herrliche Natur erhalten, etwa riesige Eichenwälder voller Steinpilze, die man an jeder Ecke erwerben kann. Die Straßen sind außerhalb der Städte beinahe durchgehend schlecht, was die gemächlichen Einwohner jedoch nicht stört – sie passen ihr Tempo den Verhältnissen an und der Besucher sollte es ebenso halten. Um Verpflegung muss man sich hier noch weniger Sorgen machen als in Ungarn – die Dörfer reihen sich hier fast nahtlos aneinander und auch hier gibt es überall ein Lokal mit preiswerten Gerichten und Getränken.
Ab Certeze nähern wir uns den Karparten – vorbei die gemütliche Fahrt in der Ebene. Auch hier muss man sich um Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten keine Sorgen machen. Ähnlich wie in den Alpen gibt es bewirtschaftete Hütten, die auch die Möglichkeit zum Campen anbieten.
14. Mai 2008
Weiter geht’s über Schlaglöcher Richtung ukrainische Grenze. Der Fluss Tisza ist der Grenzfluss zwischen den beiden Staaten. Die Grenze überschreiten wir jedoch nicht, sondern folgen dem Grenzverlauf auf rumänischer Seite nach Sapinta. Dort gibt es den sogenannten „Lustigen Friedhof”, eine regelrechter Touristenmagnet in dieser abgelegenen Weltgegend. Seinen Namen hat diese letzte Ruhestätte von dem etwas pietätlosen aber lebensnahem Brauch, auf den Gräber bemalte Schilder aufzustellen, die nicht die Ruhmestaten, sondern die Fehler der Verstorben verewigen. Ob Spiel oder Liebe, hier erfährt man etwas über die amüsanten Seiten der Verblichenen.Die folgende Strecke unterscheidet sich deutlich von dem Rumänien, das wir beim Grenzübertritt kennen gelernt haben. Hier herrscht die Armut, gegen die ersichtlich jedermann ankämpft. Nicht das Schöne, sondern allein das nützliche ist Gegenstand der überall sichtbaren Anstrengungen der Dorfbevölkerung. Ab dem Städtchen Sighetu Marmatei nimmt der Wohlstand allmählich wieder zu. Ein wenig Luxus gönnt man sich hier, was an der Zusammensetzung der örtlichen Geschäfte abzulesen ist.
Jenseits des Städtchens fährt man dem Fluss Iza folgend durch endlose Heufelder
Im nächsten Örtchen Barsar ahnt man einen Hauch von Moderne: ökologisches Bauen in Holz zeigt, dass selbst Rumänien etwas von Klimaveränderung und den sich daraus ergebenden Marktchancen mitbekommen hat. Man hat sich hier nicht unbedingt auf technologische Innovationen spezialisiert, sondern eher auf kunstreiche Verzierungen. Bemerkenswerte Sehenswürdigkeite im Ort ist ein komplett aus Holz gefertigtes Kloster; bereits sechshundert Jahre alt, aber neuerdings vollständig restauriert.
Holz ist überhaupt das prägende Baumaterial der Region. Selbst Kirchen sind aus diesem Material gefertigt, ganz zu schweigen von Bauernhöfen und Wohnhäusern. Die etwas wohlhabender wirkende Gegend der letzten Kilometer erkennt man auch an der für rumänische Verhältnisse dichten Besiedlung. Einen ungestörten Platz zum nächtlichen Campen zu finden kann daher etwas zeitaufwändiger sein und man sollte beizeiten damit beginnen.
14. Mai 2008
Der Frühling ist eine perfekte Jahreszeit eines der beliebtesten Urlaubsländer zu bereisen. Für einen kurzen Trip ins Nachbarland Österreich bietet sich das Waldviertel an.Kunstbeflissene sollten vorher einen kurzen Abstecher nach Krems machen, das quasi auf dem Weg liegt. Im dortigen Kunsthaus sind stets interessante Ausstellungen zu bewundern. Es muss nicht immer eine der großen Metropolen wie München oder Berlin sein, auch in der Provinz gibt es bemerkenswerte kulturelle Höhepunkte.
Für das Mittagessen nach dem Kunstgenuss bietet sich ein Ausflug ins nahe Senftenberg an. Mit etwas Glück spielt das Wetter mit und man kann sich das erste Mal im Freien niederlassen. Im Nigl läßt es sich gut und günstig speisen. Man sollte nicht versäumen den vorzüglichen Kremstaler Wein zu verkosten – nicht unbedingt ein preiswertes Vergnügen, aber man wird feststellen, dass es sich lohnt!
Die nächste Station ist Zwettl, eingebettet in eine auf Grund der Lage weniger üppige aber durchaus reizvolle Natur. Auch hier gibt es bei Bedarf ein Museum, eine herrliche Kulisse historischer Gebäude. Unübersehbar auf dem Hauptplatz ist der Hundertwasserbrunnen, den man wenigsten betrachtet haben sollte. Übrigens: in Zwettl ist das Parken (noch) umsonst – vielleicht die bemerkenswerteste Touristenattraktion.
Für die Übernachtung bietet sich das wenige Kilometer entfernte Schloss Rosenau an, eine prunkvolle Kulisse nicht nur für Hochzeiten, sondern auch um sich einmal so richtig verwöhnen zu lassen. Hier bleibt kein Wunsch unerfüllt, der Service entspricht der vornehmen Adresse. Neben ausgezeichnetem Essen, egal ob Frühstücksbuffet oder ein umfangreiches Menue am Abend, ist für alles gesorgt. Es existiert beispielsweise eine Trainingsraum und auch eine umfangreiche Bibliothek, ganz nach Stimmung und Geschmack lassen sich so wundervolle Tage verbringen.
Das Waldviertel ist ein Wandergebiet von besonderem Reiz. Direkt vom Schloss aus lassen sich verschiedenen ausgewiesene Wege begehen. Über den sogenannten Weltkugelweg führt eine etwas dreistündige Wanderung durch die Höhepunkte der Landschaft wieder zurück zur Unterkunft. Dort steht zur Wiederherstellung der verbrauchten Kräfte alles bereit. Im heimeligen Schlosshof kann man bei einheimischen Bier und einer deftigen Brotzeit entspannen und den nächsten Ausflug planen. Dazu muss man im Zweifel gar nicht weit gehen: im Schloss selbst befindet sich das Freimaurermuseum – eine lehrreiche und spannende Angelegenheit, die man nicht auslassen sollte!
14. Mai 2008
Geht ein Deutscher auf Reisen neigt er dazu, sich nicht als Tourist zu fühlen, wie all die anderen Reisenden. Zwar tut er genau das gleiche wie diese „richtigen” Touris, aber immer in dem Glauben, alles tiefgründiger und authentischer zu erleben. Daher auch wohl die Neigung sich Landsleuten gegenüber nach Möglichkeit nicht zu erkennen zu geben – natürlich ein unsinniges Unterfangen. Wer sich wirklich von den Massen der Reisenden unterscheiden will, sollte dann auch andere Pfade einschlagen. Selbst die beliebtesten Reiseziele bieten dazu ungezählte Möglichkeiten, auch wenn man kaum glauben sollte, dass etwa Paris, schon seit Jahrhunderten ein Besuchermagnet, noch etwas Neues zu bieten hätte. Genau dies ist jedoch der Fall und die weniger bekannten Ecken sind gar nicht so schwer zu finden. „Paris von hinten” könnte man das Vorhaben nennen, nicht nur die altbekannten Fotomotive abzuklappern, sondern sich, ganz im Sinne des typisch deutschen Bildungsbürgers oder wer sich zumindest dafür hält, dorthin zu begeben, wo auch die Einheimischen verkehren.Auf dem Weg zu den Geheimtipps, wie man die weniger spektakulären Attraktionen auch gerne nennt, darf man sich ruhig als „richtiger” Tourist tarnen und beispielsweise mit einem Seine-Boot den Verkehr umgehen und den Tag gemächlich angehen lassen. Erlaubt ist auch ein Spaziergang über die Champs-Elysees, solange man sie nur auf dem Weg zu etwas Verborgenen durchquert.
Während dann alle anderen sich Paris vom Eiffelturm aus betrachten und dafür kräftig zahlen dürfen, erklimmen sie einfach das Arabische Institut und bewundern die Skyline von dessen Terrasse aus. Statt Espresso gibt’s dort Tee, der ist ohnehin im Sommer erfrischender. Auch Notre-Dame ist von dort zu sehen, und zwar von hinten, was die Exklusivität ihrer Exkursion noch steigert. Sehenswert ist auch das Gebäude in dem sie sich gerade befinden. Zwar ein moderner Entwurf mit gelungenem arabischen Touch, aber genau wegen solcher Kleinigkeiten sind wir ja vom üblichen Weg abgewichen.
Auch als Nichttourist dürfen sie natürlich shoppen gehen. Den Unterschied macht, wo sie das tun. Eine Empfehlung ist das Pariser Schwulenquartier Marais, früher das Judenviertel. Dort findet besonders Mann alles was ausgefallen und erschwinglich ist – problemlos lassen sich aber auch größere Summen anlegen – eben für jeden etwas, man fühlt sich ganz wie ein Einheimischer mit Ortskenntnis.
06. Mai 2008
Nach getaner Arbeit, einkaufen ist schließlich anstrengend, besonders die vielen zu treffenden Entscheidungen kosten Energie, gibt es Gelegenheit zur Erholung in einem der zahlreichen Cafes und Bistros. Bitte aber nur dann etwas bestellen, wenn noch genug Geld im Portemonnaie sein sollte. Aber da wir keine Touristen sind, haben wir kein sinnloses überteuertes Zeug gekauft, das wir daheim niemals anschaffen würden, sondern haben auf den Preis geachtet. Daher machen uns die Pariser Hauptstadtpreise für Getränke jetzt nichts aus und wir gönnen uns einen Aperitif. Den kleine Hunger stillen wir mit den meistens mit jeder Bestellung einhergehenden Nüsschen, die nichts extra kosten weil sie schon in die Preise einkalkuliert sind.Sollte sie jetzt noch nicht gesättigt sein, stehen ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Küchen der ganzen Welt offen. In Paris gibt es nichts was es nicht gibt. Von A wie Arabisch bis Z wie Zypriotisch ist die gesamte Breite und Tiefe der kulinarischen Welt abgedeckt. Bestimmte Schwerpunkte haben sich in einzelnen Arrondissements gebildet, so kann man im dreizehnten, dem Pariser China-Town, asiatische Küche in riesiger Auswahl geniessen. Wer jetzt einwendet, man sollte in Paris französische Küche bevorzugen, denkt wie ein Tourist, und das wollten wir ja nun wirklich nicht, oder? Daher genießen wir den weltstädtischen Charme der Metropole und essen nur einheimisch, wenn uns der Sinn danach steht.
Zwischendurch darf es vielleicht etwas klassische Kultur sein. Um alle Pariser Museen zu besuchen würde man Jahre benötigen; meistens kennt man nicht einmal die in der Heimatstadt. Daher ist ein kluge Auswahl angesagt. In den Louvre geht jeder, daher meiden wir ihn und suchen uns kleine Perlen heraus. Beeindrucken kann man später die Daheimgebliebenen mit dem Hinweis auf das Rodin-Museum. Es ist wenig bekannt, daher unsere erste Wahl. Im Garten steht unter anderem seine berühmte Denker-Skulptur, die wir anstatt in unzähligen schlechten Kopien einmal im Original bewundern dürfen.
06. Mai 2008
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