Tagesarchiv für den 06. Juni 2008

Steinerne Spuren der spanischen Riesen

In der spanischen Provinz Astrurien locken nicht nur herrliche Strände den Touristen, sondern auch einen einmalige Attraktion. Im Felsgestein der Küstenregion finden sich gewaltige Fussabdrücke, der grösste von ihnen ist über einen Meter breit. In früheren Zeiten hätte man diese Spuren gewiss für Teufelswerk oder die Abdrücke von märchenhaften Riesen und Drachen gehalten. Heute wissen wir, wer sie hinterlassen hat, nämlich die Dinosaurier, die hier einst im schlammigen Ufergrund wanderten und mit ihrem gewaltigen Gewicht tiefe Spuren in den Untergrund pressten. Günstige Umstände haben diese Hinterlassenschaften erst konserviert und später verwandelte sich der weiche Schlamm in Äonen langsam in festen Stein. Dieses glückliche Zusammenspiel von günstigen Umständen ermöglicht nicht nur Forschern mehr über diese ehemaligen Herrscher der Erde in Erfahrung zu bringen, sondern jedermann kann bis jetzt noch seine eigenen Feldforschung betreiben und im Abdruck eine Riesen stehend seiner Einbildung freien Lauf lassen, wie der Verursacher dieser Abdrücke wohl einst ausgesehen haben mag. Die Abdrücke in allen Grössen, vom Giganten bis zu Kleinsauriern finden sich nicht nur am Boden, sondern auch in den Felswänden entlang der Küste. Es soll jetzt aber niemand glauben, die enormen Tiere seinen glatte Wände empor gegangen, dazu waren sie ganz bestimmt nicht in der Lage. Vielmehr haben geologische Entwicklungen die ursprünglich horizontalen Flächen verschoben, sie quasi im Verlauf der Erdgeschichte aufgerichtet und präsentieren sie heute als kleine Kuriosität. Kein Wunder, dass sich hier ganz besonders Kinder wohl fühlen. Sie kommen voll auf ihre Kosten, wenn sie staunend in den Überbleibseln dieser im Augenblick so populären Kreaturen umher wandern. Am Ende des Weges wartet als Höhepunkt noch eine ganz besondere Überraschung, nämlich eine Dinosauriermuseum, in dem passend zu den Fussspuren die Skelette der einstigen Bewohner zu betrachten sind. Das Gebäude hat passenderweise die Form eines Fussabdrucks der vorzeitlichen Echsen.Dieser besondere Landstrich ist noch ein echter Geheimtipp, der bislang nur von wenigen Deutschen besucht wird. Es lohnt, wer daran Interesse hat, sich bald dorthin auf zu machen, da sich der Bekanntheitsgrad in Kürze deutlich erhöhen könnte. Diese besondere Fundstätte steht auf der Liste zur Ernennung zum Weltkulturerbe. Sobald es soweit kommt, wird sich der Besucheransturm sicherlich merklich erhöhen.

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Festung USA

Wer zu Zeiten des kalten Krieges wenigsten einmal in den Ostblock und insbesondere in die DDR eingereist ist, erinnert sich gewiss mit Schrecken an das Prozedere der Grenzkontrolle. Akribische Prüfung der Papiere, des Fahrzeugs, des Gepäcks nach allen Regeln der Kunst war Standard. Will man heutzutage in die Vereinigten Staaten einreisen, entsteht leicht der Eindruck, die Mauer sei nicht gefallen, sondern stünde heute nur an einem anderen Ort. Als Tourist oder als Geschäftsmann in die USA hinein zukommen wird ständig komplizierter. Die beizubringenden Informationen und die vom Einreisenden erfassten Daten übersteigen den Kontrollzwang der Zonengrenzer längst bei weitem.Ab nächstem Jahr wird ein Abstecher in The Land of the Free noch ein weniger schwieriger. Ganz aussen vor bleiben dann jene Zeitgenossen, die sich bislang noch keinen Internetzugang eingerichtet haben oder sich gar mit der Bedienung eines Computers nicht auskennen. Obligatorisch wird nämlich eine Online-Registrierung eingeführt. Ob die Amerikaner jeden, der sich nicht im Cyberspace bewegen will oder kann für potentielle Terroristen halten, weiss man nicht. Die offizielle Begründung für diesen Schritt ist die angebliche Vereinfachung des Einreiseverfahrens, zum Beispiel durch die Einsparung der Formulare, die man bislang auf dem Hinflug ausfüllen musste. Keinesfalls eine Vereinfachung, jedenfalls nicht für den Reisenden, ist die gesetzte Frist für diese Registrierung. Wer sie nicht spätestens drei Tage zuvor macht, braucht gar nicht erst in den Flieger zu steigen, da er nicht durch die Grenzkontrolle kommen wird. Ein ungeplanter Trip nach New York zum Wochenend-Shopping fällt damit schon einmal flach. Unvorhergesehene Ereignisse wie plötzliche Geschäftstermine sollten künftig auch nicht mehr vorkommen – sorgfältige Planung ist jetzt angesagt.

In das Online-Formular gehören übrigens sämtliche Angaben, die bislang auch in Papierform zu machen waren. Zusätzlich wird man bei der Einreise auch Abdrücke aller zehn Finger nehmen, statt bisher nur die der Zeigefinger. Es empfiehlt sich also, bei drüben geplanten Verbrechen und Anschlägen Handschuhe zu tragen, besonders,  da künftig auch bei der Ausreise die Fingerabdrücke gescant werden. Immerhin darf nach dieser Prozedur die folgenden zwei Jahre ohne erneute Registrierung die US-Grenze passieren.

Die Europäische Union stellt sich seit Bekanntwerden dieser Pläne übrigens die Frage, ob da durch die Hintertür die für Deutschland weggefallene Visumspflicht wieder eingeführt wird. Man war in Brüssel über das Vorgehen der Amerikaner nicht sonderlich begeistert.

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Promis für den Streichzoo

Welcher Fan träumt nicht davon, seinen Lieblingsprominenten einmal anfassen und abkuscheln zu können. Diese Privileg erhalten allerdings nur ganz wenige und wer sich den ersehnten Kontakt erzwingt, bekommt mächtig Ärger mit dem Gesetz. Aber es gibt Grund zur Hoffnung. In Berlin wird in der bekanntesten Strasse der Stadt Unter den Linden im Juli dieses Jahres ein neuer Streichzoo eröffnet – randvoll mit beinahe einhundert Promis aus allen Sparten. Aber Spass beiseite: was dort nach Berlin kommt, ist schon jetzt weltberühmt – Madame Tussauds Wachfigurenkabinett bekommt eine Ableger in Deutschland. Dabei wird die deutsche Hauptstadt erst recht spät um diese Attraktion bereichert. Weltweit existieren bereits mehr als ein Dutzend Pendants des englischen Originals, das dort schon Anfang des Neunzehnten Jahrhunderts seine Tore öffnete.Jeder, der schon einmal London besucht hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dort die Ausstellung besucht haben, schliesslich ist sie eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und gehört zum Pflichtprogramm jedes Touristen. Bei deutschen Reisenden ist sie sogar ganz besonders angesagt; sie stellen eine Grossteil der jährlichen Besucher.

Das Berliner Kabinett wird allerdings eine Besonderheit aufweisen, die vielleicht auch so manchen Briten zu einer Reise auf den Kontinent veranlassen könnte, da er diesen Vorzug in der Heimat nicht geboten bekommt. Die Figuren in Berlin wird nämlich jederman ganz nach Gusto berühren dürfen – in London und sonst auf der Welt streng verboten. Wer also Steffi Graf schon immer mal in den Arm nehmen wollte, hat bald die Gelegenheit dazu. Ganz preiswert ist der Eintritt zur Ausstellung nicht. Fast zwanzig Euro werden für einen Besuch fällig. Das hat unter anderem auch den Grund, dass das „Anfassen erlaubt” für die empfindlichen Figuren natürlich Folgen hat. Die laufenden Reparaturen, die der Veranstalter erwartet, sind im Eintrittspreis bereits mit eingerechnet. Berlin ist also wieder mal eine Reise wert, natürlich nicht nur wegen Madame Tussaud.

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