Tagesarchiv für den 18. Juni 2008

Sanft Reisen

Die grassierende Umweltzerstörung verursacht vielen bewusst lebenden Menschen ein schlechtes Gewissen, wenn sie glauben durch ihr Verhalten dazu beizutragen. Dies gilt auch für das Reisen. Wer unterwegs sein möchte um fremde Länder kennen zu lernen und um sich zu erholen, für den gibt es durchaus Möglichkeiten, dies ohne allzu schädliche Auswirkungen für Umwelt und Menschen zu tun und dabei auch eventuell noch ein wenig Entwicklungshilfe zu leisten.Es ist keineswegs so, dass Tourismus generell eine schädliche zerstörerische Erscheinung wäre. Schliesslich besuchen schon seit Urzeiten Menschen andere Regionen, andernfalls würden wir alle völlig isoliert voneinander leben. Der kommunikative und verbindende Aspekt des Reisens ist ein wichtiger Beitrag zur Verständigung und um Verständnis für andere Lebensweisen zu entwickeln und damit ein Baustein für eine friedlichere Welt. Viele Länder, gerade in der Dritten Welt, sind sogar zwingend auf Tourismus angewiesen; bliebe er aus oder leidet er wegen einer Katastrophe oder politischen Zwischenfällen, stürzt dies allzu oft Millionen in grösste Not. So ist etwas Ägypten dafür ein gutes Beispiel – das Gros der Staatseinnahmen und die meisten Arbeitsplätze hängen am Tourismus. Als der wegen akuter Anschlagsgefahren zurück ging, litt das ganze Land darunter.

Aber auch ökologische Aspekte finden heute bei vielen Reiseanbietern in ihrem Angebot Berücksichtigung. Die einzelnen Teile der Reise sind dort im Hinblick auf die Umwelt so schonend wie möglich zusammen gestellt. Die häufigsten Transportmittel sind dabei solche mit günstiger Ökobilanz, also Busse und natürlich die Eisenbahn. Flugreisen haben generell eine hohe Belastung pro Passagier zur Folge – selbst das Auto ist da noch um Längen ökologisch verträglicher. Auf den Flieger sollte man also erst zurück kommen, wenn die Distanz keine andere Wahl lässt und das Ziel andernfalls in vertretbarer Zeit nicht erreichbar wäre. Je weiter man reist, desto länger sollte man auch am Zielort bleiben um die Schädigung durch den Transport dadurch wieder auszugleichen.

Am Urlaubsort sollte die bevorzugte Unterkunft keine internationale Hotelkette sondern möglichst ein regionaler Anbieter sein, damit das Geld auch im Land und idealerweise auch vor Ort bleibt, anstatt wieder ins Ausland transferiert zu werden und der regionalen Wirtschaft entzogen wird. Auch sollte das Hotel ressourcenschonend wirtschaften; das bedeutet sparsamen Umgang mit Wasser und Energie.

Für Ausflüge vor Ort haben energieeffizieten Transportmittel natürlich den Vorzug. Statt eines Mietautos kann es auch ein Fahrrad sein oder man nutzt öffentliche Verkehrsmittel.

Konsumieren sollte man örtliche Produkte, möglichst keine Importwaren. Sich an der regionalen Küche zu versuchen, die Produkte verwendet, die im Land angebaut oder hergestellt wurden, nutzt nicht nur, um den eigenen Horizont zu erweitern, sondern hilft auch den Einheimischen, sich wirtschaftlich zu entwickeln. Meiden sollte man dabei allerdings Fleisch von geschützten oder bedrohten Arten.

Sich auf einem aufwendig in der Wüste angelegten Golfplatz zu amüsieren, hat allerdings wenig mit ökologischem Reisen zu tun. Auch bei den Aktivitäten im Reiseland sollte man auf Verträglichkeit achten.

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Check-in für Profis

Die immer umfangreicheren Sicherheitskontrollen insbesondere auf Flügen in und aus den USA führen zu immer längeren Wartezeiten an den Schaltern. Die Vorschriften für Passagiere, was mit an Bord darf und was nicht und wie Koffer gepackt werden müssen verschlingen beim Check-in viel Zeit. Die Kofferkontrolle dauert natürlich umso länger, je weniger Erfahrung der Fluggast mit dieser Prozedur hat. Wer das erste Mal in die USA unterwegs ist, hat mit ziemlicher Sicherheit einige der Bestimmung überlesen oder falsch verstanden und irgendetwas dabei, was er nicht dabei haben dürfte und sei es nur eine Zahnpastetube mit zuviel Inhalt. Der Geschäftsreisende, der zwischen Europa und Amerika hin und her pendelt, weiss dagegen genau was geht und was nicht.Bislang stehen aber sowohl der Profi als auch der Laie in der gleichen Schlange am Abfertigungsschalter an und letztere halten naheliegenderweise den ganze Verkehr auf. Um dieses Problem zu lösen, haben die US-Behörden sich eine neue Abfertigungsmethode ausgedacht, die den Ablauf beschleunigen soll. Die Idee dabei ist, die Passagiere in Erfahrungsgruppen aufzuteilen. Wer sich auskennt, bekommt einen eigenen Schalter, Semiprofis einen anderen und die ganz hilflosen werden ebenfalls separat abgefertigt. Damit man sich leicht zurecht findet, sind die einzelnen Schlangen farblich gekennzeichnet. Wo man sich anstellen will, ist allerdings von der eigenen Einschätzung des Fluggastes abhängig. Wer sich für erfahren hält, stellt sich eben in die entsprechende Schlange. Ob seine Einschätzung zutrifft, das erfährt er spätestens während der Kontrolle.

In der Praxis sieht es allerdings danach aus, als würden sich viele für erfahrener halten, als sie sind. Während an den Profischlangen die meisten anstehen, mag sichscheinbar kaum jemand als unerfahren outen – gut möglich, dass menschliche Eitelkeit dieses System dauerhaft lähmen wird.

Erste Messungen zeigen zwar, dass die Profiabfertigung schneller geht als bislang. Aber auch das könnte sich bald wieder ändern, sobald neue Durchleuchtungsgeräte in Betrieb genommen werden, die den Gepäckinhalt sehr viel deutlicher zeigen, als bisherige Systeme. Dies könnte zu noch mehr Handkontrollen führen, da die Erkennung von potentiell verdächtigen Gegenständen zunehmen wird.

Die Umstände, die die Sicherheitsmassnahmen den Passagieren abverlangen, bewegen inzwischen immer mehr Reisende dazu, sich nach anderweitigen Transportmitteln umzusehen.

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