Auf Tour in Südtirol

20.Mai 2008

An geeigneten Zielen fehlt es in der Nähe unserer „Basis” in den Südtiroler Alpen nicht. Von der Schwarzsteinhütte aus haben wir als nächstes die Chemnitzer Hütte ins Auge gefasst, die wir am folgenden Tag erwandern werden.

Wir machen uns wie gehabt zeitig auf den Weg. Wie die Erfahrung vom Vortag uns gelehrt hat, brauchen wir als Anfänger doch etwas länger als die durchschnittlich angegebene Zeit. Außerdem sind wir trotz einer tiefen Nachtruhe noch immer etwas erschöpft vom gestrigen Aufstieg, was das heutige Tempo wohl ebenfalls etwas drosseln wird.

Um auf den Stabeler Weg zu gelangen, der zur Chemnitzer Hütte führt, müssen wir erst einmal bergab, was jedoch kaum weniger anstrengend ist als das Erklimmen einer Steigung, wie wir an den Schmerzen in unseren Beinen bemerken.

Auf und ab werden wir an diesem Tag bis zum Überdruss haben. Unsere Ziel liegt hinter drei Bergrücken, dass bedeutet dreimal etwa vierhundert Meter hoch und danach gleich wieder runter. Dazwischen jeweils ungefähr eine Stunde über Stein und Kies. Bergrücken Nummer Drei konnte sogar mit Schnee aufwarten, der zumindest etwas Abwechslung in den etwas monotonen Marsch bringt. Danach dauert es noch etwa anderthalb Stunden bis zur Hütte. Insgesamt waren wir fast zehn Stunden unterwegs und haben die angegebenen Laufzeit um drei Stunden überschritten. Wir gratulieren uns, am Morgen früh gestartet zu sein. Zur Begrüßung wird uns ein Schnaps spendiert, der allerdings nach der zurückliegenden Anstrengung seine Wirkung auf unsere geschundenen Körper vervielfacht.

Der folgende Tag sollte unsere Bergwandern in den Südtiroler Alpen abschließen. Unser letztes Ziel vor dem Abstieg ins Tal sollte die Edelrautehütte sein. Die Strecke sollte laut Plan in vier Stunden zu bewältigen sein. Motivierend auf dieser Tour ist, dass man das Ziel fast während der ganzen Zeit sehen kann. Ausserdem beträgt der zu überwindende Höhenunterschied nur schlappe hundert Meter. Im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen eine Kleinigkeit. Früh ausstehen sollte man für diese Wanderung trotzdem, da hier mehrere Bäche den Weg kreuzen. Diese schwellen im Laufe des Tages stetig an und werden immer schwieriger zu überqueren.

Am nächsten Morgen nach erholsamen Schlaf in der einfach ausgestatteten Edelrautehütte geht es zurück ins Tal über den Nevesstausee, der am Vortag schon die ganze Zeit zu sehen war. Von dort ist es nicht mehr weit bis in den nächsten Ort von wo aus man nicht zu Fuß, sondern bequem per Bus zurück zum Hotel gelangt.

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