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Edinburgh – Eine Tour durch Schottlands Hauptstadt I

Über Schottlands Hauptstadt thront auf dem Burgfelsen Edinburgh Castle. Hier lebten und regierten einige der schottischen Könige und Königinnen;  die wohl bekannteste Figur darunter ist Königin Maria Stuart, deren Sohn Jakob der VI. später König von Schottland und ebenfalls König von England wurde und die Kronen der beiden Länder erstmals einte.Unter jedem Regenten wurde die Burg aus- oder umgebaut, sodass heute keines der Gebäude so erhalten ist, wie es einst erbaut wurde. Das älteste Bauwerk innerhalb der weitläufigen Anlage ist die St. Margarete’s Kapelle, die um 1140 unter König David I. erbaut und nach dessen Mutter benannt wurde.

Nach und nach wurden den von der königlichen Familie genutzten Gebäuden weitere zugesellt, da die Nutzung der Festung sich veränderte und die räumlichen Gegebenheiten entsprechend angepasst werden mussten. So wurden im 18. Jahrhundert eine Kaserne und Unterkünfte für Offiziere des Militärs sowie Versorgungslager und ein Krankenhaus errichtet.

Im Palast selbst können die schottischen Reichsinsignien betrachtet werden, die erstmals 1543 bei der Krönung der damals minderjährigen Maria Stuart in der Burg von Stirling genutzt wurden. Ebenfalls dort aufbewahrt wird der „Stein des Schicksals”. Auf diesem Stein sitzend wurden bereits die frühen schottischen Herrscher gekrönt; er symbolisiert den Bund zwischen Herrscher, Land und Volk. 1296 wurde der Stein von König Edward I. entwendet und in der Westminster Abbey in London verwahrt. Erst 700 Jahre später, im Jahr 1996, kehrte der Stein nach Schottland zurück.

Viele der in Edinburgh Castle verwahrten Gegenstände erzählen eine ähnlich interessante Geschichte. Wer sich Edinburgh ansieht, sollte einen Besuch der  Festung einplanen. Sofern die gesamte Burg besichtigt werden soll, ist ein größeres Zeitkontingent nötig, denn alle Gebäude sind für den Publikumsverkehr geöffnet. Die Führungen durch die Anlage werden in englischer Sprache gehalten und zeigen nicht die gesamte Burg. Am Einlass kann jedoch für einige Pfund ein deutscher Souvenirführer erworben werden, der über alles Wissenswerte berichtet. Auch die 26 Informationstafeln, die über den Komplex verteilt sind, vermitteln die

wichtigsten Informationen.

Wer die Stadt im August besucht, sollte die Gelegenheit wahrnehmen und das jährlich stattfindende „Military Tattoo” besuchen, das auf dem Vorplatz der Burg (der so genannten „Esplanade”) stattfindet und in dessen Rahmen verschiedenen Militärbands ihr Können präsentieren. Als würdiges Ende dieser berühmten Veranstaltung erscheint auf den Burgzinnen ein einzelner Dudelsackspieler und spielt „Scottland the brave”.

jetzt kommentieren? 08. Juli 2008

Edinburgh – Eine Tour durch Schottlands Hauptstadt II

Durch das Torhaus des Edinburgh Castles geht es hinaus auf die High Street, auch „Royal Mile” genannt. Sie verbindet den Burgfelsen im Westen mit dem Holyrood Palace im Osten. Entlang der Straße findet sich der größte Teil der Sehens- würdigkeiten der Stadt.In einer kleinen Gasse verborgen liegt das historische Lady Stair’s House, ein mehrstöckiges, 1622 für einen Edinburgher Kaufmann erbautes Stadthaus. In ihm befindet sich das Writers Museum, das den drei bedeutendsten schottischen Schriftstellern gewidmet ist: Robert Burns (1759- 1796), Sir Walter Scott (1771- 1832) und Robert Louis Stevenson (1850- 1894). Auf mehreren Stockwerken finden sich Manuskripte, Bilder, Möbelstücke und private Gegenstände der Schriftsteller. Obwohl die Räumlichkeiten des Museums nur wenige Meter von der High Street entfernt in einer kleinen Seitengasse liegen, ist hier wenig Publikumsverkehr, und der Besucher hat die nötige Ruhe, die besondere Atmosphäre dieses kleinen Museums zu genießen.

Einige Meter weiter die High Street hinunter erhebt sich der prächtige Bau der St. Giles Kirche, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Die Besonderheit dieses Bauwerks ist der Glockenturm, dessen Spitze die Form einer Krone hat.

Vor der Kirche findet sich ein aus glatten Steinen geformtes Herz im rauen Pflaster des Bodens, das „Heart of Midlothian”. An dieser Stelle befand sich einst die Todeszelle des „Old Tolbooth Prisons”, des ehemaligen städtischen Gefängnisses, dessen gesamte Umrisse anhand weiterer glatter Steine nachverfolgt werden können. Immer wieder stehen Touristen und auch Einheimische vor diesem Mosaik und spucken hinein. Für dieses Verhalten gibt es verschiedene Begründungen, eine davon besagt, dass demjenigen Glück beschert sein wird, der die Mitte zu treffen vermag.

In der fußläufigen Umgebung der High Street befinden sich weitere Museen, unter anderem die „Scottish National Portrait Gallery” und die „National Gallery of Scotland”, deren Besuch sich bei schlechtem Wetter anbietet. Bei gutem Wetter sollte ein Abstecher zum Calton Hill unternommen werden, von dem aus ein wunderbarer Blick über die Stadt die Mühen des Aufstiegs belohnt. Hier stehen das National Monument, das die Gefallenen des neapolitanischen Krieges ehrt, und das Nelson Monument, welches an den Sieg Horatio Nelsons im Jahr 1805 über die spanisch-französische Flotte am Kap Trafalgar erinnert, und für den der Seefahrer sein Leben gab. Gerne werden die Grünflächen auf dem Hügel für eine Pause mit einem kleinen Picknick genutzt.

Wer am Abend noch Lust auf einen Abstecher in Edinbughs dunkle Seitengassen verspürt, dem seien die „Witchery Tours” empfohlen, die in jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter stattfinden. Unter der Führung von Alexander Clapperton oder Adam Lyal geht es zurück in die düstere Vergangenheit der Stadt und in die finstersten Gassen – gruselige Geschichten und ein bisschen Schrecken inklusive!

jetzt kommentieren? 08. Juli 2008


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