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Pilgern auf dem Jakobsweg

Spätestens seit Hape Kerkeling in seinem autobiographischen Reisebericht „Ich bin dann mal weg” von seinen Erfahrungen auf der Pilgerreise nach Santiago de Compostela berichtete, ist Pilgern wieder sehr „modern”. Längst nicht mehr machen sich nur streng gläubige Menschen auf den oftmals beschwerlichen Weg, auch Atheisten reisen immer häufiger auf den Pfad zur Erlösung von allen begangenen Sünden.Der Jakobsweg ist rund 800 Kilometer lang und trägt seinen Namen aufgrund des Heiligen Jakobus, dessen Grab in Santiago de Compostela in Spanien den Endpunkt des Pilgerwegs markiert. Die frühen Pilger im Mittelalter erhofften sich von der beschwerlichen Reise den Ablass all ihrer irdischen Sünden, nicht selten wurde das Pilgern als Sühne von strengen Pastoren auferlegt. Jene, die die Prüfung erfolgreich bestanden, erhielten eine Jakobsmuschel, die noch heute das Pilgern auf dem Jakobsweg versinnbildlicht. Im weiteren Sinn steht diese Muschel für alle Pilger, gleich, welchen Pfad sie beschreiten.

Den heutigen Büßenden erwartet eine weniger beschwerliche Reise als die Pilger im Hochmittelalter. Das Wegenetz ist gut beschildert und in regelmäßigen Abständen bieten Pensionen und Gaststätten Herberge und warmes Essen an. Am Straßenrand muss heute niemand mehr das Lager aufschlagen, und für Lebensmittel ist ausreichend versorgt. Eine Buße dagegen sind für die Bequemlichkeit gewohnten Menschen die langen Wege, die zu Fuß zurückgelegt werden müssen. Dieser Teil war für die Menschen des Mittelalters weniger problematisch, denn nur Reiche konnten sich ein Pferd und eine Kutsche leisten. Die Herausforderung im Mittelalter war dagegen, die Reise zum Jakobsgrab zu überleben, denn die Route war gefährlich- Wegelagerer und Diebe scheuten sich nicht, den Pilgern nicht nur Hab und Gut sondern auch das Leben zu nehmen.

Heute pilgert kaum jemand die gesamte Strecke nach Santiago de Compostela. Die alltäglichen Verpflichtungen lassen eine Reise eines solchen Umfangs nicht zu. Meist beschränkt sich die Pilgertour auf die letzten 10 oder 14 Tagesmärsche. Durch die guten Anbindungen kann jeder Pilger frei entscheiden, an welchem Punkt er den Weg auf sich nehmen möchte. Auch der Grund, weshalb die beschwerliche Strecke begangen wird, ist bei jedem Menschen anders. Doch eines eint sie am Ende: der Stolz, es geschafft zu haben.

jetzt kommentieren? 14. Oktober 2008

Steinerne Spuren der spanischen Riesen

In der spanischen Provinz Astrurien locken nicht nur herrliche Strände den Touristen, sondern auch einen einmalige Attraktion. Im Felsgestein der Küstenregion finden sich gewaltige Fussabdrücke, der grösste von ihnen ist über einen Meter breit. In früheren Zeiten hätte man diese Spuren gewiss für Teufelswerk oder die Abdrücke von märchenhaften Riesen und Drachen gehalten. Heute wissen wir, wer sie hinterlassen hat, nämlich die Dinosaurier, die hier einst im schlammigen Ufergrund wanderten und mit ihrem gewaltigen Gewicht tiefe Spuren in den Untergrund pressten. Günstige Umstände haben diese Hinterlassenschaften erst konserviert und später verwandelte sich der weiche Schlamm in Äonen langsam in festen Stein. Dieses glückliche Zusammenspiel von günstigen Umständen ermöglicht nicht nur Forschern mehr über diese ehemaligen Herrscher der Erde in Erfahrung zu bringen, sondern jedermann kann bis jetzt noch seine eigenen Feldforschung betreiben und im Abdruck eine Riesen stehend seiner Einbildung freien Lauf lassen, wie der Verursacher dieser Abdrücke wohl einst ausgesehen haben mag. Die Abdrücke in allen Grössen, vom Giganten bis zu Kleinsauriern finden sich nicht nur am Boden, sondern auch in den Felswänden entlang der Küste. Es soll jetzt aber niemand glauben, die enormen Tiere seinen glatte Wände empor gegangen, dazu waren sie ganz bestimmt nicht in der Lage. Vielmehr haben geologische Entwicklungen die ursprünglich horizontalen Flächen verschoben, sie quasi im Verlauf der Erdgeschichte aufgerichtet und präsentieren sie heute als kleine Kuriosität. Kein Wunder, dass sich hier ganz besonders Kinder wohl fühlen. Sie kommen voll auf ihre Kosten, wenn sie staunend in den Überbleibseln dieser im Augenblick so populären Kreaturen umher wandern. Am Ende des Weges wartet als Höhepunkt noch eine ganz besondere Überraschung, nämlich eine Dinosauriermuseum, in dem passend zu den Fussspuren die Skelette der einstigen Bewohner zu betrachten sind. Das Gebäude hat passenderweise die Form eines Fussabdrucks der vorzeitlichen Echsen.Dieser besondere Landstrich ist noch ein echter Geheimtipp, der bislang nur von wenigen Deutschen besucht wird. Es lohnt, wer daran Interesse hat, sich bald dorthin auf zu machen, da sich der Bekanntheitsgrad in Kürze deutlich erhöhen könnte. Diese besondere Fundstätte steht auf der Liste zur Ernennung zum Weltkulturerbe. Sobald es soweit kommt, wird sich der Besucheransturm sicherlich merklich erhöhen.

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jetzt kommentieren? 06. Juni 2008


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