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Auf zum schwarzen Meer

Das Gebirge, das wir gerade durchfahren, ist ein beliebtes rumänisches Urlaubsziel. Entsprechend happig sind die Preise hier im Vergleich zum Angebot auf der zurückliegenden Route. Aber wir sind verwöhnt, selbst in Touristenzentrum Siana kostet ein Café nur einen Euro, im Vergleich zur Heimat immer noch spottbillig.Damit wir nicht nur Kilometer fressen, ist jetzt ein kleiner Abstecher auf den Bucegi geplant. Eine Seilbahn führt auf zweitausend Meter Höhe hinauf; man sollte schwindelfrei sein, wenn man einen Blick nach unten aus der Gondel riskieren will. Die umgebende Landschaft ist ein wunderbares Wandergebiet mit angenehmen Wegen durch grüne Landschaften, keine Extremtouren, sondern eher etwas Gemütliches.

Wir verlassen wieder einmal eine Gebirgslandschaft und setzen unsere Reise in der Ebene auf einer Hauptverkehrstrasse fort. Der dichte Verkehr fordert hohe Aufmerksamkeit, da man nicht unbedingt auf  Rücksichtnahme hoffen darf. Dafür geht es auf dieser Strasse flott vorwärts.

Nach etwas achtzig Kilometern kann man auf Nebenstrecken ausweichen, die das Fahren viel entspannter machen. Allerdings muss man damit rechnen, dass nicht alle dieser Strassen über eine Asphaltdecke verfügen. Prompt wird es wieder ländlich, auch die typischen Dorfläden gehören in jeder Ortschaft unvermeidlich dazu. Hier trifft man sich täglich nicht nur zum Einkaufen, sondern vor allem sind diese Geschäfte Kommunikationszentralen. Das wird auch der Grund sein, warum hier niemand viele Sachen auf einmal kauft. So hat man Grund am gleichen Tag nochmal vorbeizukommen um den Nachmittags,- und Abendklatsch zu erfahren.

Laut wird es wieder bei Überquerung der Hauptstraße, die wir erfreulicherweise bis hierher umfahren konnten. Aber dieses Hindernis ist rasch überwunden und man ist wieder von Feldern und Wiesen umgeben.

Calarasi ist das letzte Dorf bevor wir per Fähre an das andere Ufer der Donau übersetzen. Wir haben Bulgarien erreicht, die Grenzkontrollen können hier allerdings dauern. Als Radfahrer geniesst man hier übrigens Befreiung von den obligatorischen Strassengebühren. 

jetzt kommentieren? 27. Mai 2008

Zwischenziel Bukarest

Auf unserem Weg nach Istanbul haben wir schon eine schöne Strecke zurück gelegt. In Kürze werden wir die rumänische Gebirgslandschaft verlassen. Jetzt geht es erst einmal bergab, den Pass von knapp neunhundert Metern Höhe hinunter ins Tal in die nächste größere Stadt, das ehemalige Szeklerburg. Hier wird Rumänien schon moderner und entspricht schon sehr weit gehend westlichen Standards – sogar das Phänomen Fussgängerzone hat hier bereits Freunde gefunden. Ausserhalb der Ortschaft sind die Strassen trotzdem schlecht, soweit ist die Modernisierung des bis zur Wende abgeriegelten Landes noch nicht voran geschritten. Bei Regenwetter muss man sorgfältig die kleinen Seen umfahren, die sich in den Schlaglöchern bilden. Man weiss nie, wie tief sie sind und einen Panne bei schlechtem Wetter braucht niemand wirklich.Die nächste Station ist die Kurstadt Baile Tusnad, deren einzig renoviertes Gebäude eine hübsche alte Kirche ist. Vermutlich gibt es für den Denkmalschutz Fördermittel, ansonsten liesse sich kaum erklären, warum nur die historischen Gebäude in guten Zustand sind. Übernachtet wird in St. Georgen in einem für hiesige Verhältnisse guten Hotel. Doch darf man hier keine Luxus erwarten, sowohl Abendessen als auch Frühstück sind sehr bescheiden, an Auswahl fehlt es ganz.

Unser nächstes Zwischenziel ist zur Abwechslung mal wieder eine grössere Stadt. Augenfällig ist das Wohlstandsgefälle zwischen ländlichen Gebieten und Städten. Hier ist wieder alles modern und wirkt sehr westlich.
Jetzt endlich kommen wir auf die Strasse in Richtung Bukarest. Bulgarien wird unser nächstes Transitland Richtung Orient sein. Die Hauptstrasse, die wir benutzten, ist entsprechend stark befahren. Erst einmal ist es vorbei mit der Ruhe und abgasfreier Luft. Aber auch auf solch frequentierten Verkehrswegen fehlt es nicht an Rastplätzen. Die sind hier äusserst beliebt; viele Familien lassen sich hier für Stunden nieder, inklusive Grill.

Leider steht jetzt das nächste Gebirge auf dem Programm, Postavarul, das auf der Karte eher harmlos aussah, aber trotzdem fast tausend Meter hoch ist. Ab Predal radeln wir an der Prahova durch ein tiefes Tal zwischen den umgebenen Berggipfeln hindurch.

jetzt kommentieren? 27. Mai 2008

Radeln in den Karpaten

Bis Istanbul ist es noch ein weiter Weg. Im Augenblick bewegen wir uns durch die rumänischen Karpaten entlang des Flusses Bistrita. Die gewaltige Landschaft um uns herum wird durch die aufragenden Gebirgsgipfel geprägt, zwischen denen hindurch wir uns vorwärts bewegen. Touristen kommen selten in diese Gegend, entsprechend mager ist das Angebot an typischen Einrichtungen wie etwa Campingplätzen oder Hotels. Das Leben der Einheimischen wirkt archaisch, manchmal fühlt man sich in vergangene Zeiten versetzt, etwas wenn man wieder einmal einem Pferdefuhrwerk begegnet.Entdeckt man auf dieser Strecke eine Gastwirtschaft, sollte man nicht daran vorbeifahren, diese sind hier nämlich spärlich gesät. Einfache Gerichte stehen dort meist zur Auswahl, aber auch rumänische Spezialitäten, die man aber mögen muss. Eine davon ist Polenta.

Ebenso selten ist die Gelegenheit zum Geldtausch. Geldautomaten, die man bei uns an jeder Ecke findet, wird man nur selten finden. Die wenigen Banken wechseln in die etwas gewöhnungsbedürftige rumänische Währung. Allerdings benötigt man bei den günstigen Preisen ohnehin nicht viel.

Einige Kilometer weiter liegt ein großer Stausee, der Lucal Izorul Munt. Eine Straße mit mächtigem Gefälle und Steigungen führt an dem See vorbei, was einem als Radfahrer einiges an Kraft abverlangt. Bis das Ende des Sees mit der Staumauer erreicht ist, sind noch gut fünfzig Kilometer Strecke zu bewältigen. Hinter dem Damm erreicht man alsbald Bicaz, eine industriell geprägtes Städtchen. Lästig in solch größeren Orten sind die vielen bettelnden Kinder, denen man ebenso wie bei uns, mit Vorsicht begegnen sollte, da sie in Banden organisiert sind.

Hinter der Stadt führt eine Straße entlang einem Steinbruch bis zum Nationalpark Bicazklamm. Hier ist man durchaus auf Touristen eingestellt, sogar zahlreiche Souvenierläden bieten ihren Tand am Eingang des Parks an. Diese Landschaft führt uns nun nach Siebenbürgen, eine sächsische Gründung aus längst vergangenen Jahrhunderten. Die Bauwerke der Ortschaften erinnern tatsächlich ein wenig an heimatliche Gestade. Heute dominiert eine starke ungarische Minderheit diesen Landstrich – selbst Hinweisschilder sind zumindest zweisprachig, manchmal sogar noch in Deutsch.

jetzt kommentieren? 27. Mai 2008


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