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Backpacker zwischen Klischee und Bildungshunger

Reisen bildet, zumindest wenn es konsequent und unter den richtigen Umständen betrieben wird. Der Pauschaltourismus mit All-Inclusice-Hotels bietet zwar Erholung und Entspannung, schafft aber keine Nähe zu der Kultur und den Menschen des bereisten Landes. Abseits der Sternehotels und der Pauschalurlaube hat sich deshalb eine Form des Reisens etabliert, der bewusst vom Luxus abkehrt.

 

Backpacker reisen oft ohne festgelegte Reiseroute, lediglich das erste Ziel ist bekannt. Im Gepäck: Ein Buch, eine Klopapierrolle und ein Blanko Rückflugticket, damit die Heimkehr gesichert ist. Den Rahmen der Reise bildet die Lust am Unbekannten, wann genau die Rückreise angetreten wird, wollen die meisten nicht festlegen. Übernachtet wird dort, wo es günstig ist, kleine Nebenjobs stocken die Reisekasse auf und sorgen für das Ticket zum nächsten Ziel. Die Ungebundenheit für einige Monate, das Leben unterwegs und vor allem die Bekanntschaft mit neuen Menschen lockt die Backpacker in die Ferne. Meist sind es junge Leute, die während des Studiums eine Auszeit nehmen. Viele der Rituale haben sich seit Beginn des Backpackings erhalten, so zum Beispiel das Accessoire, das den Reisenden ihren Namen gab: der obligatorische Rucksack. Alles Wichtige wird hier verstaut, die Wasserflasche erhält ihren Platz in einer von außen aufgesetzten Tasche, damit sie schnell gegriffen werden kann. Schmuck und Wertgegenstände führen Backpacker kaum mit sich, nicht nur aus Angst vor Diebstahl, auch als erkennbares Zeichen für ihre Unabhängigkeit. Gemeinsame Frühstücke in den Backpacker-Hotels gehören ebenfalls zum Leben unterwegs, hier werden Erfahrungen ausgetauscht und Ideen für das nächste Ziel geboren.

 

Daneben jedoch wird der nahezu romantisch verklärte Ausstieg für einige Monate ganz bewusst für spätere Berufsziele genutzt. Viele Backpacker machen die Reise um die Welt zu einem zentralen Punkt in ihrem Lebenslauf. Die Unabhängigkeit, das offene Zugehen auf ein fremdes Umfeld und mögliche gewonnene Sprachkompetenzen sollen zukünftige Arbeitgeber beeindrucken und das benötigte Quäntchen Individualismus vermitteln. Keine andere Reiseform bedient so unterschiedliche Ansprüche wie das Backpacking, das zwischen Entdeckerdrang und Bildungsansprüchen hin und her gerissen ist.

jetzt kommentieren? 01. April 2009

Urlaub vom Discounter

Aldi, Penny, Lidl und andere Discounter sind bekannt und beliebt für ihr umfangreiches und qualitativ hochwertiges Sortiment an Lebensmitteln. Daneben bieten sie wöchentlich wechselnde Angebote an Kleidung, Dekorations- und Haushaltsartikeln und vielem mehr. Auch Reisen haben inzwischen einen festen Platz unter den Offerten. Wie bei den Lebensmitteln stehen die Discounter auch hier für Qualität, die durch das begrenzte Angebot gehalten werden kann. Außerdem kommen die Reise-Angebote von namenhaften Anbietern und werden im Rahmen einer Sonderrabattaktion an die Kunden der Discounter abgegeben. Die Nachfrage ist so groß, dass inzwischen sogar Airlines und die Deutsche Bahn Tickets über die Filialen anbieten. Einziger Nachteil ist, dass es in den Niederlassungen keine Ansprechpartner für Probleme und Nachfragen gibt. Für Kunden, die ihre Reise stornieren oder umbuchen möchten oder sonstige Anliegen haben, steht lediglich über das Telefon ein Kundenservice bereit.Aldi geht nun sogar noch einen Schritt weiter und bietet seinen Kunden in naher Zukunft sogar Übernachtungsmöglichkeiten an- allerdings vorerst auf den englischen Raum begrenzt. An der Ostküste der Insel öffnet das erste Aldi-Hotel bereits im November die Türen für Gäste, 55 Zimmer werden hier bereit stehen. Die Unterkünfte entstehen in Zusammenarbeit mit der britischen Hotelkette Travelodge, die in den letzten Jahren verschiedene Konzepte für günstige und trotzdem bequeme Übernachtungsmöglichkeiten entwickelte.

Darüber hinaus will Aldi in England bis zu 1500 weitere Filialen eröffnen und sich so bei der Bevölkerung einen Namen machen.

Den ersten Vorstoß in die Hotelangebote machte Karl Albrecht, der Aldi ins Leben rief, bereits vor 30 Jahren. Das damals eröffnete Hotel „Öschberghof” fällt jedoch in eine andere Kategorie als die nunmehr geplanten Unterkünfte in England, denn hier handelt es sich um ein exquisites Golfhotel mit angeschlossenem Wellnessbereich. Rund einhundert Euro kostet die Übernachtung in dem Vier Sterne Plus-Hotel, damit liegt der Preis deutlich über den angestrebten Kosten für die Übernachtung in einem Aldi-Hotel.

jetzt kommentieren? 30. November 2008

Gurtpflicht für Kleinkinder im Flugzeug

Mit kleinen Kindern eine Flugreise anzutreten, ist kein leichtes Unterfangen. Vor allem bei längeren Flügen langweilen sich die Kleinen sehr, denn zum spielen und toben bleibt kein Platz. Zudem haben Kinder bis zu einem Alter von zwei Jahren keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz. Untergebracht werden sie auf dem Schoß der Eltern, was in den ohnehin meist engen Verhältnissen des Flugzeugs zusätzliche Einschränkungen für die Elternteile bedeutet.

Zusätzlich müssen Kleinkinder laut einer neuen EU-Verordnung zusätzlich durch einen Gurt gesichert sein, der die Kinder bei Turbulenzen sicher auf dem Schoß des Elternteils festhält. Dieser Gurt wird am Gurt der Eltern befestigt und läuft um den Körper des Kindes, jedoch nicht wie der Dreipunktgurt im Auto auch über den Oberkörper, sondern lediglich über die Körpermitte. Dabei liegt er auf dem Bauch des kleinen Fluggastes und nicht auf dem Hüftknochen. Gerade bei starken Turbulenzen schneidet der Gurt deshalb in den empfindlichen Bauch ein und kann zu Quetschungen führen. Experten sehen die Nutzung des Schlaufengurts deshalb kritisch. Tests mit dem Gurt haben ergeben, dass dieser für das Kind sogar lebensgefährlich werden kann, wenn die Eltern mit großem Druck nach vorne geschleudert werden und somit das Kind erdrücken können. Der Schlaufengurt bietet keinerlei Spielraum für das Kind auf dem Schoß der Eltern. In Deutschland ist die Nutzung des Schlaufengurts daher verboten, jedoch überlagert die EU-Verordnung hier die Gesetzgebung der Bundesrepublik. Die Fluglinien raten seit Einführung des Schlaufengurts vermehrt zur Nutzung eines separaten Kindersitzes, der auf einem der Sitze befestigt werden kann. Diese Alternative bietet dem Kind die nötige Sicherheit und den Eltern zudem mehr Freiraum und eine größere Bequemlichkeit. Allerdings muss der Sitzplatz bezahlt werden. Problematisch gestaltet sich zudem, dass nicht jeder Kindersitz in jedes Flugzeug passt. Oftmals können Airlines nur sehr kurzfristig festlegen, welche Maschine für den gebuchten Flug eingesetzt wird, was den Eltern die Möglichkeit der Vorbereitung nimmt. Der TÜV plant deshalb in Kürze, eine Auflistung herauszugeben, welche Sitze für welche Maschinen geeignet sind. Damit sollen Eltern dazu angehalten werden, von der Nutzung des Schlaufengurts abzusehen und statt dessen lieber auf eine eigenen Sitzplatz für den Nachwuchs zurückzugreifen.

jetzt kommentieren? 15. Oktober 2008

Grenzübertrittsdokumente für Kinder

Seit letztem Jahr habe einige Änderungen Einzug gehalten, was die Ausweispflicht für Kinder betrifft. Der früher allgemein anerkannte Kinderausweis wird inzwischen nicht mehr ausgegeben. Lediglich die Ausweise, die vor November 2007 ausgestellt wurden und noch nicht abgelaufen sind, behalten ihre Gültigkeit. Sofern sie sich lediglich in Deutschland aufhalten, kann auf einen Ausweis für Kinder unter 12 Jahren verzichtet werden.Trotz der offenen Grenzen in Europa müssen auch Kinder sich jedoch bei einem Grenzübertritt jederzeit ausweisen können. Eintragungen in die Ausweise der Eltern sind nicht mehr zulässig.

Für Reisen in ein Land, das außerhalb Europas liegt benötigen auch Kinder unter 16 Jahren einen Personalausweis. Dieser ist sechs Jahre lang gültig und wird im Bürgeramt ausgestellt. Der Kostenpunkt liegt bei acht Euro. Bei Reisen in ein Land, das nicht der EU angehört, braucht jedes Kind einen Reisepass. Dieser muss ein genormtes Lichtbild enthalten, es sollte also im Fotogeschäft darauf hingewiesen werden, dass das Bild für einen Reisepass bestimmt ist. Die Ausstellung eines Reisepasses kostet dreizehn Euro und wird ebenfalls im Bürgeramt beantragt. Auch hier beträgt die Gültigkeit sechs Jahre, eine Verlängerung kann maximal bis zum 12. Lebensjahr des Kindes beantragt werden. 

Ab dem 12. Lebensjahr benötigen Kinder bei der Reise in ein Land, das nicht der EU angehört, einen elektronischen Reisepass. Bei diesem ePass handelt es sich um einen Chip, auf dem die Daten des Kindes in elektronischer Form gespeichert sind. Darüber hinaus enthält der Chip ein Passfoto des Inhabers und die Abdrücke von zwei Fingern. Der Pass kostet 37,50 Euro und kann auch für Kinder unter zwölf Jahren beantragt werden. Manche Länder erkennen bei der Einreise auch die alten Kinderausweise noch an, in jedem Fall sollten die Einreisemodalitäten vor Antritt des Urlaubs geklärt werden. Nicht selten verlangen Staaten auch für einen Urlaubsaufenthalt bereits ein Visum. Dieses Dokument wird immer für eine Person ausgestellt, auch für Kinder muss daher eins beantragt werden.

Die Ausgabe von Pässen und Visen kann einige Tage dauern, deshalb sollte die Gültigkeit der Ausweise aller Reisenden bereits deutlich vor dem Urlaub überprüft werden.

jetzt kommentieren? 05. Oktober 2008


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