Check-in für Profis

18.Juni 2008

Die immer umfangreicheren Sicherheitskontrollen insbesondere auf Flügen in und aus den USA führen zu immer längeren Wartezeiten an den Schaltern. Die Vorschriften für Passagiere, was mit an Bord darf und was nicht und wie Koffer gepackt werden müssen verschlingen beim Check-in viel Zeit. Die Kofferkontrolle dauert natürlich umso länger, je weniger Erfahrung der Fluggast mit dieser Prozedur hat. Wer das erste Mal in die USA unterwegs ist, hat mit ziemlicher Sicherheit einige der Bestimmung überlesen oder falsch verstanden und irgendetwas dabei, was er nicht dabei haben dürfte und sei es nur eine Zahnpastetube mit zuviel Inhalt. Der Geschäftsreisende, der zwischen Europa und Amerika hin und her pendelt, weiss dagegen genau was geht und was nicht.Bislang stehen aber sowohl der Profi als auch der Laie in der gleichen Schlange am Abfertigungsschalter an und letztere halten naheliegenderweise den ganze Verkehr auf. Um dieses Problem zu lösen, haben die US-Behörden sich eine neue Abfertigungsmethode ausgedacht, die den Ablauf beschleunigen soll. Die Idee dabei ist, die Passagiere in Erfahrungsgruppen aufzuteilen. Wer sich auskennt, bekommt einen eigenen Schalter, Semiprofis einen anderen und die ganz hilflosen werden ebenfalls separat abgefertigt. Damit man sich leicht zurecht findet, sind die einzelnen Schlangen farblich gekennzeichnet. Wo man sich anstellen will, ist allerdings von der eigenen Einschätzung des Fluggastes abhängig. Wer sich für erfahren hält, stellt sich eben in die entsprechende Schlange. Ob seine Einschätzung zutrifft, das erfährt er spätestens während der Kontrolle.

In der Praxis sieht es allerdings danach aus, als würden sich viele für erfahrener halten, als sie sind. Während an den Profischlangen die meisten anstehen, mag sichscheinbar kaum jemand als unerfahren outen – gut möglich, dass menschliche Eitelkeit dieses System dauerhaft lähmen wird.

Erste Messungen zeigen zwar, dass die Profiabfertigung schneller geht als bislang. Aber auch das könnte sich bald wieder ändern, sobald neue Durchleuchtungsgeräte in Betrieb genommen werden, die den Gepäckinhalt sehr viel deutlicher zeigen, als bisherige Systeme. Dies könnte zu noch mehr Handkontrollen führen, da die Erkennung von potentiell verdächtigen Gegenständen zunehmen wird.

Die Umstände, die die Sicherheitsmassnahmen den Passagieren abverlangen, bewegen inzwischen immer mehr Reisende dazu, sich nach anderweitigen Transportmitteln umzusehen.

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