Das Reisen zum Beruf machen: Reiseleiter

22.August 2008

Viele Menschen träumen davon, die Welt zu bereisen, weit entfernte Flecken Erde zu entdecken und durch den Aufenthalt in einem Hotel von den Pflichten des Haushaltes entbunden zu sein. Nur wenige jedoch setzen diesen Traum um und wählen einen Beruf, der ein Leben im und vom Urlaub erlaubt. Einer dieser Berufe ist der des Reiseleiters.Ein Reiseleiter begleitet eine Gruppe Urlauber auf den von ihnen gebuchten Aktiv-, Erlebnis- oder Studienreisen und bringt sein Wissen über das betreffende Land in die Reise ein. Auch wenn die Anforderungen nicht bei allen diesen Reisen die gleichen sind, so gibt es einige Vorraussetzungen, die der Reiseleiter mitbringen muss, um den Beruf erfolgreich und über viele Jahre ausführen zu können. Vor Ort ist der deutsche Reiseleiter für alles verantwortlich. Die Kunden sprechen ihn an, wenn ihnen das Hotel nicht gefällt, wenn das Essen nicht schmeckt und auch wenn es Streit unter den Reisegästen gibt. Damit hat der Reiseleiter keine geregelten Arbeitszeiten, auf Reisen ist er von morgens bis abends im Dienst. Wer sich für diesen Beruf interessiert, sollte sich im Voraus bewusst machen, dass eine Reise dadurch auch mit Stress belastet sein kann. Ein Reiseleiter macht auf einer Gruppenreise keinen Urlaub, er geht nur an touristisch sehr interessanten Zielen seinem Beruf nach.

Es gibt keine anerkannte Ausbildung zum Reiseleiter. Vielmehr kommen Menschen aus eigenem Antrieb zu dieser Tätigkeit. Studienreisen werden oft von Akademikern geleitet, die sich intensiv mit dem Zielland beschäftigt und es auch häufig selbst bereist haben. Die Bewerbung erfolgt initiativ bei den entsprechenden Veranstaltern, da sie ihr Wissen gern an andere weitergeben möchten. Bei Interesse lädt das Unternehmen den Kandidaten dann zu einem Gespräch oder einem Bewerberseminar ein. Wie die Auswahl der zukünftigen Reiseleiter im Einzelnen aussieht, ist sehr unterschiedlich und wird am besten direkt beim Unternehmen erfragt. In den meisten Fällen ist ein Reiseleiter nicht fest angestellt sondern freiberuflich tätig. Die Bezahlung erfolgt in der Regel pro Tag und schwankt stark. Während große Unternehmen teilweise 150 Euro zahlen und zusätzlich die Kosten für Anreise und Aufenthalt übernehmen, vergüten kleine Anbieter den Tag mit 60 oder 70 Euro, die Kosten vor Ort für Essen oder Eintritt trägt der Reiseleiter selbst. Von dem Verdienst gehen dann noch Steuern ab. Mit diesem Beruf können also keine großen Reichtümer angehäuft werden.

Doch trotz dieser Negativaspekte lieben die meisten Reiseführer ihren Beruf, denn immer wieder kommt es während der Aufenthalte zu interessanten Begegnungen und Erlebnissen, und außerdem entschädigt eine Reise durch ein schönes Land oft für viel Ungemach.

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