Edinburgh – Eine Tour durch Schottlands Hauptstadt I
08.Juli 2008
Über Schottlands Hauptstadt thront auf dem Burgfelsen Edinburgh Castle. Hier lebten und regierten einige der schottischen Könige und Königinnen; die wohl bekannteste Figur darunter ist Königin Maria Stuart, deren Sohn Jakob der VI. später König von Schottland und ebenfalls König von England wurde und die Kronen der beiden Länder erstmals einte.Unter jedem Regenten wurde die Burg aus- oder umgebaut, sodass heute keines der Gebäude so erhalten ist, wie es einst erbaut wurde. Das älteste Bauwerk innerhalb der weitläufigen Anlage ist die St. Margarete’s Kapelle, die um 1140 unter König David I. erbaut und nach dessen Mutter benannt wurde.
Nach und nach wurden den von der königlichen Familie genutzten Gebäuden weitere zugesellt, da die Nutzung der Festung sich veränderte und die räumlichen Gegebenheiten entsprechend angepasst werden mussten. So wurden im 18. Jahrhundert eine Kaserne und Unterkünfte für Offiziere des Militärs sowie Versorgungslager und ein Krankenhaus errichtet.
Im Palast selbst können die schottischen Reichsinsignien betrachtet werden, die erstmals 1543 bei der Krönung der damals minderjährigen Maria Stuart in der Burg von Stirling genutzt wurden. Ebenfalls dort aufbewahrt wird der „Stein des Schicksals”. Auf diesem Stein sitzend wurden bereits die frühen schottischen Herrscher gekrönt; er symbolisiert den Bund zwischen Herrscher, Land und Volk. 1296 wurde der Stein von König Edward I. entwendet und in der Westminster Abbey in London verwahrt. Erst 700 Jahre später, im Jahr 1996, kehrte der Stein nach Schottland zurück.
Viele der in Edinburgh Castle verwahrten Gegenstände erzählen eine ähnlich interessante Geschichte. Wer sich Edinburgh ansieht, sollte einen Besuch der Festung einplanen. Sofern die gesamte Burg besichtigt werden soll, ist ein größeres Zeitkontingent nötig, denn alle Gebäude sind für den Publikumsverkehr geöffnet. Die Führungen durch die Anlage werden in englischer Sprache gehalten und zeigen nicht die gesamte Burg. Am Einlass kann jedoch für einige Pfund ein deutscher Souvenirführer erworben werden, der über alles Wissenswerte berichtet. Auch die 26 Informationstafeln, die über den Komplex verteilt sind, vermitteln die
wichtigsten Informationen.
Wer die Stadt im August besucht, sollte die Gelegenheit wahrnehmen und das jährlich stattfindende „Military Tattoo” besuchen, das auf dem Vorplatz der Burg (der so genannten „Esplanade”) stattfindet und in dessen Rahmen verschiedenen Militärbands ihr Können präsentieren. Als würdiges Ende dieser berühmten Veranstaltung erscheint auf den Burgzinnen ein einzelner Dudelsackspieler und spielt „Scottland the brave”.
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