Edinburgh – Eine Tour durch Schottlands Hauptstadt II
08.Juli 2008
Durch das Torhaus des Edinburgh Castles geht es hinaus auf die High Street, auch „Royal Mile” genannt. Sie verbindet den Burgfelsen im Westen mit dem Holyrood Palace im Osten. Entlang der Straße findet sich der größte Teil der Sehens- würdigkeiten der Stadt.In einer kleinen Gasse verborgen liegt das historische Lady Stair’s House, ein mehrstöckiges, 1622 für einen Edinburgher Kaufmann erbautes Stadthaus. In ihm befindet sich das Writers Museum, das den drei bedeutendsten schottischen Schriftstellern gewidmet ist: Robert Burns (1759- 1796), Sir Walter Scott (1771- 1832) und Robert Louis Stevenson (1850- 1894). Auf mehreren Stockwerken finden sich Manuskripte, Bilder, Möbelstücke und private Gegenstände der Schriftsteller. Obwohl die Räumlichkeiten des Museums nur wenige Meter von der High Street entfernt in einer kleinen Seitengasse liegen, ist hier wenig Publikumsverkehr, und der Besucher hat die nötige Ruhe, die besondere Atmosphäre dieses kleinen Museums zu genießen.
Einige Meter weiter die High Street hinunter erhebt sich der prächtige Bau der St. Giles Kirche, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Die Besonderheit dieses Bauwerks ist der Glockenturm, dessen Spitze die Form einer Krone hat.
Vor der Kirche findet sich ein aus glatten Steinen geformtes Herz im rauen Pflaster des Bodens, das „Heart of Midlothian”. An dieser Stelle befand sich einst die Todeszelle des „Old Tolbooth Prisons”, des ehemaligen städtischen Gefängnisses, dessen gesamte Umrisse anhand weiterer glatter Steine nachverfolgt werden können. Immer wieder stehen Touristen und auch Einheimische vor diesem Mosaik und spucken hinein. Für dieses Verhalten gibt es verschiedene Begründungen, eine davon besagt, dass demjenigen Glück beschert sein wird, der die Mitte zu treffen vermag.
In der fußläufigen Umgebung der High Street befinden sich weitere Museen, unter anderem die „Scottish National Portrait Gallery” und die „National Gallery of Scotland”, deren Besuch sich bei schlechtem Wetter anbietet. Bei gutem Wetter sollte ein Abstecher zum Calton Hill unternommen werden, von dem aus ein wunderbarer Blick über die Stadt die Mühen des Aufstiegs belohnt. Hier stehen das National Monument, das die Gefallenen des neapolitanischen Krieges ehrt, und das Nelson Monument, welches an den Sieg Horatio Nelsons im Jahr 1805 über die spanisch-französische Flotte am Kap Trafalgar erinnert, und für den der Seefahrer sein Leben gab. Gerne werden die Grünflächen auf dem Hügel für eine Pause mit einem kleinen Picknick genutzt.
Wer am Abend noch Lust auf einen Abstecher in Edinbughs dunkle Seitengassen verspürt, dem seien die „Witchery Tours” empfohlen, die in jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter stattfinden. Unter der Führung von Alexander Clapperton oder Adam Lyal geht es zurück in die düstere Vergangenheit der Stadt und in die finstersten Gassen – gruselige Geschichten und ein bisschen Schrecken inklusive!
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