Eine Auszeit der besonderen Art- Urlaub im Kloster

17.Juli 2008

In unserer erfolgsorientierten Welt ist jede Minute verplant, nur wenige Menschen schaffen es, sich neben der Arbeit noch Inseln der Ruhe zu reservieren. Nicht selten entpuppt sich auch die Zeit des Urlaubs als Stress, denn alles, wofür im Alltag keine Zeit bleibt, will jetzt nachgeholt werden. Unternehmungen, die längst überfälligen Besuche bei Familie und Freunden, endlich das neue Buch lesen- dies alles wird in nur wenigen Tagen untergebracht, die eigentlich dafür gedacht ist, keinen Verpflichtungen nachzukommen. Es ist sehr schwer, sich aus allen Verpflichtungen auszuklinken und sich wirklich nur Zeit für sich selbst zu nehmen.Einfacher macht dieses Vorhaben ein Wechsel in ein Umfeld, das mit dem Alltag gar nichts gemein hat und nur eines verlangt: sich um sich selbst zu kümmern. Viele Klöster bieten Erholungssuchenden diese verlockende Auszeit inzwischen an.

Leider stößt ein Urlaub im Kloster oftmals auf überholte Vorurteile. Der Aufenthalt in einem Konvent ist keineswegs Gläubigen vorbehalten, auch Agnostikern und Konfessionslosen stehen die Türen offen. Ob und in welchen Umfang der Gast am klösterlichen Alltag und den dazugehörigen Andachten teilnimmt, liegt in dessen eigenem Ermessen. Vor einer Buchung des Urlaubes sollte der Besucher sich über das Ziel seines Aufenthaltes klar sein. Ein sehr religiöser Mensch wird die Zeit sicherlich gerne dazu nutzen, den Messen beizuwohnen und den Alltag der Ordensbrüder und -schwestern zu begleiten. Atheisten dagegen möchten den Aufenthalt vielleicht eher zu einer inneren Einkehr nutzen und sich ganz auf ihre geistigen und körperlichen Bedürfnisse konzentrieren. Entsprechend den Vorstellungen sollte das Kloster ausgesucht werden, in welchen der Urlaub verbracht werden soll, denn diese bieten verschiedene Möglichkeiten an. In manchen Konventen ist inzwischen sogar eine Art Wellnessaufenthalt möglich. Hier wird der Rückzug aus dem Alltag durch Massagen und Meditationen unterstützt.

Eine ganz besonders intensive Art, wirklich zur Ruhe zu kommen, bieten so genannte „Schweigeexerzitien”. Diese begrenzen sich meist auf kürzere Aufenthalte, da die Beschränkung der Kommunikation auf Gestik und Mimik eine beträchtliche Anstrengung bedeutet. Diese kompromisslose Form der Einkehr ist nicht für jeden geeignet. Die Stille bietet keinerlei Ablenkung von den eigenen Gedanken und Sorgen, der Schweigende wird dadurch gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Von jenen, die sich dieser völlig neuen Situation gestellt haben, wird die Zeit jedoch als sehr intensiv beschrieben und der Verzicht auf verbale Kommunikation als wohltuend wahrgenommen.

Weiterführende Informationen bieten die Klöster, die Fremden eine Abkehr vom Alltag ermöglichen. Die Adressen können bei Touristenverbänden und Kirchengemeinden erfragt werden.

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