Fahrradreise in den Orient III
14.Mai 2008
Weiter geht’s über Schlaglöcher Richtung ukrainische Grenze. Der Fluss Tisza ist der Grenzfluss zwischen den beiden Staaten. Die Grenze überschreiten wir jedoch nicht, sondern folgen dem Grenzverlauf auf rumänischer Seite nach Sapinta. Dort gibt es den sogenannten „Lustigen Friedhof”, eine regelrechter Touristenmagnet in dieser abgelegenen Weltgegend. Seinen Namen hat diese letzte Ruhestätte von dem etwas pietätlosen aber lebensnahem Brauch, auf den Gräber bemalte Schilder aufzustellen, die nicht die Ruhmestaten, sondern die Fehler der Verstorben verewigen. Ob Spiel oder Liebe, hier erfährt man etwas über die amüsanten Seiten der Verblichenen.Die folgende Strecke unterscheidet sich deutlich von dem Rumänien, das wir beim Grenzübertritt kennen gelernt haben. Hier herrscht die Armut, gegen die ersichtlich jedermann ankämpft. Nicht das Schöne, sondern allein das nützliche ist Gegenstand der überall sichtbaren Anstrengungen der Dorfbevölkerung. Ab dem Städtchen Sighetu Marmatei nimmt der Wohlstand allmählich wieder zu. Ein wenig Luxus gönnt man sich hier, was an der Zusammensetzung der örtlichen Geschäfte abzulesen ist.
Jenseits des Städtchens fährt man dem Fluss Iza folgend durch endlose Heufelder
Im nächsten Örtchen Barsar ahnt man einen Hauch von Moderne: ökologisches Bauen in Holz zeigt, dass selbst Rumänien etwas von Klimaveränderung und den sich daraus ergebenden Marktchancen mitbekommen hat. Man hat sich hier nicht unbedingt auf technologische Innovationen spezialisiert, sondern eher auf kunstreiche Verzierungen. Bemerkenswerte Sehenswürdigkeite im Ort ist ein komplett aus Holz gefertigtes Kloster; bereits sechshundert Jahre alt, aber neuerdings vollständig restauriert.
Holz ist überhaupt das prägende Baumaterial der Region. Selbst Kirchen sind aus diesem Material gefertigt, ganz zu schweigen von Bauernhöfen und Wohnhäusern. Die etwas wohlhabender wirkende Gegend der letzten Kilometer erkennt man auch an der für rumänische Verhältnisse dichten Besiedlung. Einen ungestörten Platz zum nächtlichen Campen zu finden kann daher etwas zeitaufwändiger sein und man sollte beizeiten damit beginnen.
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