Friedhöfe als Touristenmagnet
07.November 2008
Auf Reisen werden nicht selten Dinge attraktiv, die zu Hause wenig beachtet werden. So essen Touristen in Spanien am Strand gerne Melone und Kokosnuss, im heimischen Supermarkt erhalten diese Früchte dagegen keine Aufmerksamkeit. Ähnlich verhält es sich mit Ausflugszielen im Urlaub.Große Anziehungskraft auf Reisende üben die letzten Ruhestätten bekannter Persönlichkeiten aus, die Friedhöfe werden nicht selten von Touristen hochgradig frequentiert. So zum Beispiel der bekannte Pariser Friedhof Cimetière du Père Lachaise, auf dem eine Vielzahl bekannter Personen liegt. Unter anderem können hier die Gräber von Edith Piaf, Jim Morrison, Oscar Wilde und vielen französische Dichtern und Denkern besucht werden. Viele Touristen hinterlassen Bilder, Karten und Blumen auf den Gedenkstätten. Frieden und Ruhe für eine stille Andacht ist jedoch nur in den ganz frühen Morgenstunden vorhanden, da einzelne Besucher und auch Gruppen den Friedhof besichtigen.
Auch in Washington D.C. lockt der Besuch des Arlington National Cemetery, denn hier fand John F. Kennedy nach seinem Tod die letzte Ruhestätte. Das Familiengrab ist sehr schlicht- lediglich eine Gedenkplatte mit den Namen und den Lebensdaten Kennedys, seiner Frau und seinen Kindern erinnern an die berühmte Familie. Entgegen dem Pariser Friedhof, der neben den Gräbern der bekannten Menschen auch hinsichtlich der Ausstattung der Gedenkstätten einiges zu bieten hat, hat der Arlington National Cemetery wenig für das Auge der Besucher. Auf den weitläufigen Rasenflächen stehen kleine weiße Kreuze dicht an dicht und erinnern an die unzähligen Kriegsopfer und Veteranen, die hier zu Grabe getragen wurden.
Viele Berühmtheiten erlangen ihren Bekanntheitsgrad erst posthum. So geschah es auch bei Ché Cuevara, der als Revoluzzer starb und dessen Konterfei zu den bekanntesten unserer Zeit gehört. Sein Leichnam wurde in Santa Clara begraben, einem kleineren Ort rund 250 Kilometer von der kubanischen Hauptstadt Havanna entfernt. Neben 16 Gefährten fand er seine letzte Ruhe eingebettet in eine Gedenkwand, das Grab ist eher unscheinbar und wenig pompös. Rund um die Grabstätte herum wird jedoch das Gedächtnis gewürdigt- eine große Statue zeigt Ché in Lebensgröße, außerdem kann das angeschlossene Museum besucht werden.
Neben diesen Friedhöfen gibt es auf der ganzen Welt weitere, auf denen die Berühmtheiten die letzte Ruhe fanden. Auch in Deutschland lohnt sich der Besuch eines Friedhofs- in Berlin zum Beispiel liegt Bertold Brecht, der vielleicht keine ganz so schillernde Person ist, jedoch die deutsche Kultur mit prägte.
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