Oldtimer unterwegs
19.Juni 2008
Die Kunst des Reisens hatte in den frühen Zeiten des Automobils noch gänzlich Aspekte als dies heute der Fall ist. Statt verstopfter Strassen und zugestauter Autobahnen konnte man bei mässigem Tempo die Fahrt durch schmale kurvige Strassen noch geniessen. Die Wege waren noch nicht für das Auto optimiert, sondern für Fussgänger, Pferde und Fuhrwerke geschaffen. Was den damaligen Automobilisten vielleicht ein lästiges Hindernis war, suchen die Autoreisenden heute wieder. Schöne, so genannte Nebenstrecken, die ihren ursprünglichen Charakter erhalten haben und die sich in die Landschaft einfügen, statt sie zu durchpflügen, sind für den typischen Oldtimer – Fahrer erste Wahl.Wer eine schickes altes Auto sein eigen nennt, vielleicht ein alter Jaguar, der noch vor den Zeiten konstruiert wurde, als Energieeffizienz das Design zu prägen begann und heute alle Fahrzeuge ähnlich aussehen lässt, will nicht schnell irgendwo ankommen, sondern für ihn ist, ganz im Sinne der Kalenderweisheit, der Weg das Ziel. Da spielt auch das Wetter keinen Rolle; der echte Fan schont sich nicht, er nimmt höchstens Rücksicht auf das oft kostbare und liebevoll gepflegte Fahrzeug. So ein Oldtimer fordert vom Fahrer auch deutlich mehr, als ein moderner Wagen. Während letztere allesamt gleich bedient werden und sich ohnehin ähnlich und gutmütig verhalten, hat jeder Klassiker seine ganz besonderen Eigenheiten, die man kennen muss, will man nicht im Graben landen. Gerade diese Besonderheiten ziehen immer mehr Menschen in ihren Bann, die Technik noch hautnah erleben wollen, statt abgekapselt in einer gut isolierten Kabine zu sitzen, die Umwelt,- und Motorgeräusche aussperrt.
Sobald das Frühjahr herankommt, kann man seinem Steckenpferd Oldtimer beinahe an jedem Wochenende auf den verschiedensten Veranstaltungen frönen. Ob es um ein Wettrennen der Veteranen geht, eine Oldtimermarkt zur Ersatzteilsuche oder ein Treffen bestimmter Automarken – es wird dem Oldtimerfan niemals langweilig und Kontakt zu Gleichgesinnten zu finden ist das leichteste auf der Welt.
Das Beiprogramm kann sich meisten ebenso sehen lassen. Der Automobilist ist ja meist auch Genussmensch und schätzt durchaus nach der Fahrt einen kulinarischen Leckerbissen – eine gute Gelegenheit die Erlebnisse des Tages auszutauschen und den neusten Klatsch aus der Branche zu erfahren.
Für diese Hobby muss man übrigens nicht unbedingt reich sein – auch mit kleinem Budget ist der Einstieg schon zu schaffen – es muss ja nicht gleich ein Rolls sein.
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