Promis für den Streichzoo
06.Juni 2008
Welcher Fan träumt nicht davon, seinen Lieblingsprominenten einmal anfassen und abkuscheln zu können. Diese Privileg erhalten allerdings nur ganz wenige und wer sich den ersehnten Kontakt erzwingt, bekommt mächtig Ärger mit dem Gesetz. Aber es gibt Grund zur Hoffnung. In Berlin wird in der bekanntesten Strasse der Stadt Unter den Linden im Juli dieses Jahres ein neuer Streichzoo eröffnet – randvoll mit beinahe einhundert Promis aus allen Sparten. Aber Spass beiseite: was dort nach Berlin kommt, ist schon jetzt weltberühmt – Madame Tussauds Wachfigurenkabinett bekommt eine Ableger in Deutschland. Dabei wird die deutsche Hauptstadt erst recht spät um diese Attraktion bereichert. Weltweit existieren bereits mehr als ein Dutzend Pendants des englischen Originals, das dort schon Anfang des Neunzehnten Jahrhunderts seine Tore öffnete.Jeder, der schon einmal London besucht hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dort die Ausstellung besucht haben, schliesslich ist sie eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und gehört zum Pflichtprogramm jedes Touristen. Bei deutschen Reisenden ist sie sogar ganz besonders angesagt; sie stellen eine Grossteil der jährlichen Besucher.
Das Berliner Kabinett wird allerdings eine Besonderheit aufweisen, die vielleicht auch so manchen Briten zu einer Reise auf den Kontinent veranlassen könnte, da er diesen Vorzug in der Heimat nicht geboten bekommt. Die Figuren in Berlin wird nämlich jederman ganz nach Gusto berühren dürfen – in London und sonst auf der Welt streng verboten. Wer also Steffi Graf schon immer mal in den Arm nehmen wollte, hat bald die Gelegenheit dazu. Ganz preiswert ist der Eintritt zur Ausstellung nicht. Fast zwanzig Euro werden für einen Besuch fällig. Das hat unter anderem auch den Grund, dass das „Anfassen erlaubt” für die empfindlichen Figuren natürlich Folgen hat. Die laufenden Reparaturen, die der Veranstalter erwartet, sind im Eintrittspreis bereits mit eingerechnet. Berlin ist also wieder mal eine Reise wert, natürlich nicht nur wegen Madame Tussaud.
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