Radeln in den Karpaten
27.Mai 2008
Bis Istanbul ist es noch ein weiter Weg. Im Augenblick bewegen wir uns durch die rumänischen Karpaten entlang des Flusses Bistrita. Die gewaltige Landschaft um uns herum wird durch die aufragenden Gebirgsgipfel geprägt, zwischen denen hindurch wir uns vorwärts bewegen. Touristen kommen selten in diese Gegend, entsprechend mager ist das Angebot an typischen Einrichtungen wie etwa Campingplätzen oder Hotels. Das Leben der Einheimischen wirkt archaisch, manchmal fühlt man sich in vergangene Zeiten versetzt, etwas wenn man wieder einmal einem Pferdefuhrwerk begegnet.Entdeckt man auf dieser Strecke eine Gastwirtschaft, sollte man nicht daran vorbeifahren, diese sind hier nämlich spärlich gesät. Einfache Gerichte stehen dort meist zur Auswahl, aber auch rumänische Spezialitäten, die man aber mögen muss. Eine davon ist Polenta.
Ebenso selten ist die Gelegenheit zum Geldtausch. Geldautomaten, die man bei uns an jeder Ecke findet, wird man nur selten finden. Die wenigen Banken wechseln in die etwas gewöhnungsbedürftige rumänische Währung. Allerdings benötigt man bei den günstigen Preisen ohnehin nicht viel.
Einige Kilometer weiter liegt ein großer Stausee, der Lucal Izorul Munt. Eine Straße mit mächtigem Gefälle und Steigungen führt an dem See vorbei, was einem als Radfahrer einiges an Kraft abverlangt. Bis das Ende des Sees mit der Staumauer erreicht ist, sind noch gut fünfzig Kilometer Strecke zu bewältigen. Hinter dem Damm erreicht man alsbald Bicaz, eine industriell geprägtes Städtchen. Lästig in solch größeren Orten sind die vielen bettelnden Kinder, denen man ebenso wie bei uns, mit Vorsicht begegnen sollte, da sie in Banden organisiert sind.
Hinter der Stadt führt eine Straße entlang einem Steinbruch bis zum Nationalpark Bicazklamm. Hier ist man durchaus auf Touristen eingestellt, sogar zahlreiche Souvenierläden bieten ihren Tand am Eingang des Parks an. Diese Landschaft führt uns nun nach Siebenbürgen, eine sächsische Gründung aus längst vergangenen Jahrhunderten. Die Bauwerke der Ortschaften erinnern tatsächlich ein wenig an heimatliche Gestade. Heute dominiert eine starke ungarische Minderheit diesen Landstrich – selbst Hinweisschilder sind zumindest zweisprachig, manchmal sogar noch in Deutsch.
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