Urlaub mit gutem Gewissen – ökologisch Reisen
11.Juni 2008
Öko ist in, und das ist auch gut so. Das Bewusstsein, das jeder auch selbst für eine intakte Umwelt und für gerechte Verteilung der Ressourcen verantwortlich ist, setzt sich in immer breiteren Bevölkerungsschichten durch. Die Reiseanbieter haben schon lange diesen Trend erkannt, und bieten angeblich ökologisch unbedenkliche Reisen an. Eine so klassifizierte Unterkunft wird mit naturnahem Erleben beworben, aber die Deutungshoheit über die Umweltverträglichkeit der Unterkunft liegt bislang bei den Betreibern und Tourismuskonzernen – eine verbindliche Definition dafür fehlt bislang. Wer also sicher gehen will, dass seine persönlichen Vorstellungen sich auch am Urlaubsort widerspiegeln, sollte informiert sein und nicht alles für öko halten, was unter diesem Label angeboten wird. Da man für diesen besonderen Trip in aller Regel auch kräftig zur Kasse gebeten wird, was durchaus gerechtfertigt ist, sofern die Voraussetzungen stimmen, zahlt man bei etlichen Reisen zuviel, da das Etikett keine wirkliche Grundlage in der dortigen Realität hat.So versteht man im angelsächsischen Raum unter „Eco” etwas ganz anderes als wir hierzulande unter „Öko”. Während es dort um das Naturerlebnis in der Hauptsache geht, spielt der schonende Umgang mit der Umwelt dort, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. Das muss man wissen, wenn man keinem Irrtum bei der Buchung unterliegen will. Dabei liegt bei solchen Angeboten kein Täuschungsversuch vor, es liegt ganz einfach an unterschiedlichen Definitionen eines Begriffes.
Um nach unseren Kriterien als ökologisch zu gelten, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. So müssen die Einnahmen im Land bleiben und nicht in die Ferne auf ein Grosskonzernkonto wandern. Die ganze Anlage sollte ein geschlossenes Konzept verfolgen, dass Naturerlebnis mit Umweltschutz und Stärkung der lokalen Wirtschaft umfasst. Eine Unterkunft gilt nicht als ökologisch, wenn die Einheimischen dabei nicht profitieren. Dazu gehört auch eine Küche, die lokale Gerichte aus im Land angebauten Produkten anbietet. Da gerade in der Dritten Welt oft das Geld für die chemische Behandlung von Ackerfrüchten fehlt, sind die dortigen Nahrungsmitteln ohnehin biologisch unbedenklich.
Auch die Architektur ist eine Kompetente. Kein Betonklotz, sondern ein Gebäude, das mit der Landschaft harmoniert, ist ein Beitrag zum Schutz der Umwelt. Gleiches gilt für die Energieversorgung und den Umgang mit Ressourcen wie Frischwasser.
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