Weitere Änderungen bei der Deutschen Bahn
22.September 2008
Die Kunden der Deutschen Bahn müssen mit weiteren Einbußen bezüglich der Servicequalität rechnen. Auf vielen kleinen Bahnhöfen gibt es längst keine persönliche Betreuung mehr, wer eine Fahrkarte lösen möchte, muss dies am Automaten tun. Lediglich der Gleiswärter ist noch anzutreffen, andere Angestellte sind selten vor Ort. Jetzt sollen auf rund 5000 Bahnhöfen auch die Lautsprecherdurchsagen, die auf die Einfahrt der Züge und Verspätungen oder Gleisänderungen hingewiesen haben, abgeschafft werden. Künftig werden die Kunden nur noch auf großen Durchfahrtsbahnhöfen auf diese Weise informiert. Der Hintergrund ist eine Überlastung des Bahnsteigpersonals, das sich in erster Linie um Schranken und Signale kümmern muss. Sprecher der Deutschen Bahn betonen jedoch, dass den Kunden weiterhin alle nötigen Informationen zur Verfügung stehen werden. Alle wichtigen Auskünfte sollen dann den gut sichtbar angebrachten Informationstafeln entnommen werden. Gerade für ältere Bahnreisende kann diese Umstellung zu Schwierigkeiten bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs führen.Positiv zu bewerten ist jedoch die einstweilige Abkehr von der Einführung des Bedienzuschlags, die durch die öffentliche Ablehnung hervorgerufen wurde. Derzeit ist eine Änderung des Konzepts vorgesehen, welches die Kunden animieren soll, auf die Buchung über das Internet oder das Telefon zurückzugreifen. Eine mögliche Variante ist, auf Tickets, die nicht am Schalter erworben werden, einen grundsätzlichen Rabatt zu gewähren, um die Buchung im Internet attraktiver zu machen. Die Einführung des Bedienzuschlags wurde durch erhöhte Personalkosten begründet. Die Preise bei Onlinebuchung nun so zu reduzieren, dass die meisten Kunden die Schalterbetreuung nicht mehr in Anspruch nehmen, könnte den Anreiz für die Reduzierung des Personals bieten und die dafür anfallenden Kosten ebenfalls reduzieren. Ob und in welcher Höhe ein Nachlass auf die Tickets, die nicht am Schalter erworben werden, gewährt wird, entscheidet sich erst im Laufe des nächsten Jahres. In jedem Fall aber ist mit weiteren Änderungen zu rechnen.
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