Wohin mit dem Haustier?
08.Juli 2008
Etwa jeder zweite Deutsche hält sich ein Haustier. Ganz oben auf der Rangliste finden sich Hunde und Katzen, aber auch kleinere Tiere wie Meerschweinchen, Hasen und Vögel werden gerne zu Hause gehalten. Wohin aber mit dem Tier, wenn eine Reise ansteht?Nur ungern möchte man das geliebte Familienmitglied in fremde Hände geben. Ein Haustier, das eine ausgeprägte Bindung an seinen Halter hat, leidet auch sehr unter dieser Trennung. Ferner kann die anfallende Arbeit nur selten an eine Urlaubsvertretung abgegeben werden, da in Frage kommende Bekannte oftmals nicht die Verantwortung für ein fremdes Tier übernehmen wollen.
Ein Hund kann, anders als andere Haustiere, recht gut in die Urlaubsplanung integriert werden, sofern das Urlaubsland nicht über strenge Einreisebestimmungen verfügt, für deren Einhaltung der Hund vor dem Urlaub einige Zeit in Quarantäne muss. Das Tier wird Auto fahren gewohnt sein, und auch ein Flug ist inzwischen kein unüberwindbares Hindernis mehr. In vielen Ländern stellen Hotels Zimmer für einen Aufenthalt mit Hund zur Verfügung. Auch eine Ferienwohnung, die für Hunde geeignet ist, wird sicherlich zu finden sein. Wenn die Anreise dem Tier zumutbar ist, muss auf dessen Mitnahme nicht verzichtet werden.
Für die meisten Haustiere ist eine länger dauernde Reise jedoch mit zuviel Stress verbunden. Eine Katze ist sehr mit der ihr vertrauten Umgebung verbunden und wird eine zeitweilige Trennung vom Besitzer eher verkraften als zwei Wochen eingesperrt in einem fremden Zimmer oder einer unbekannten Ferienwohnung.
Bei Tieren, die zu ihrem eigenen Schutz in Käfigen gehalten werden, ist noch weniger an eine Mitnahme zu denken. Ein Flug oder eine lange Autofahrt sollte den kleinen Wesen nicht zugemutet werden. Auch das möglicherweise andere Klima im Urlaubsland kann das Tier krank machen.
Mit Papageien, zu denen auch die Wellensittiche zählen, ist an eine Ausreise aus dem Land kaum zu denken, da die Vögel die auf den Menschen übertragbare Papageienkrankheit („Psittakose”) übertragen können. Die Länge der nötigen Quarantäne wird die des Urlaubes zumeist überschreiten.
Die beste Lösung für alle Beteiligten ist ein Pfleger, der die Tiere in ihrem vertrauten Zuhause betreut. Der Besitzer sollte alles Benötigte bereitstellen und genaue Anweisungen geben; auch die Rufnummer des Tierarztes sollte für den Notfall bereit liegen. Da die anfallende Arbeit bei der Urlaubsbetreuung von Kleintieren überschaubar ist, wird sich in den meisten Fällen ein Bekannter oder Verwandter dazu bereit erklären.
In den meisten größeren Städten gibt es mittlerweile auch private Zusammen- schlüsse von tierlieben Menschen, die kleine Tiere für einige Tage in Pflege nehmen. Wer sein Haustier über eine solche Organisation unterbringt, wird sich in den meisten Fällen ebenfalls zu einer Urlaubsvertretung bereit erklären, oder aber die Pflege seines Lieblings bezahlen müssen. Leider muss das Tier für diese Variante in den meisten Fällen im Haus des Pflegers untergebracht werden, dafür hat dieser jedoch einen guten Blick für das Tier und wird rechtzeitig einschreiten, wenn es Auffälligkeiten zeigt. Außerdem wird der Pensionsgast- sofern sich die Arten vertragen- häufig den Tieren des Betreuers zugesellt.
Auf diese Weise haben auch die Tiere ein klein wenig Urlaub von ihrem Alltag.
Ob eine solche Organisation im Umkreis vorhanden ist, kann beim Tierarzt oder der örtlichen Tierhandlung erfragt werden.
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